BÖRSEN Ausblick : Zu Aktien gibt es keine Alternativen

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Auch wenn es zum Ende nicht mehr ganz so rund lief: Börsianer und Aktiensparer können sich über die Entwicklung der Kurse im dritten Quartal nicht beschweren. Im Gegenteil: Im Schnitt haben die 30 wichtigsten im Deutschen Aktienindex Dax gelisteten Unternehmen seit Ende Juni um 13 Prozent zugelegt. Das Börsenbarometer ist von 6416 auf fast 7250 Punkte geklettert. Zwischenzeitlich waren es sogar mehr als 7400 Punkte. Seit Jahresanfang ging es sogar um 23 Prozent nach oben. Erwartet hatten diese Entwicklung die wenigsten. Kein Wunder: Die Euro-Schuldenkrise wabert weiter, was mittlerweile auch auf die Konjunktur in Deutschland drückt.

Letztlich hat vor allem die Europäische Zentralbank (EZB) in Person ihres Präsidenten Mario Draghi die Börse gestützt – mit seinem Versprechen, man werde alles zur Rettung des Euro tun und mit der Ankündigung, unter bestimmten Bedingungen weitere Staatsanleihen der Krisenländer zu kaufen. Die US-Notenbank Fed sendet ähnliche Signale, nur noch stärker. Sie will noch massiver US-Staatsanleihen kaufen. Und Fed-Präsident Ben Bernanke gibt offen zu, dass damit die Konjunktur auf Trab gebracht und die Zahl der Arbeitslosen gedrückt werden soll. „Ein wesentlicher Treiber an den Kapitalmärkten ist die weltweit expansive Geldpolitik der Notenbanken“, sagt Gertrud Traud, Chef-Volkswirtin der Landesbank Hessen-Thüringen.

Letztlich stützt auch der Mangel an Alternativen den Aktienmarkt. Zinsen auf zehnjährige Bundesanleihen liegen derzeit gerade mal bei 1,5 Prozent, Tagesgeldkonten werfen auch nicht mehr ab. „Allein die durchschnittliche Dividenden-Rendite aller 30 Dax-Unternehmen liegt fast durchweg deutlich oberhalb der Rendite für zehnjährige Bundesanleihen“, heißt es bei der Fondsgesellschaft Union Investment.

Ein wichtiges Signal dürfte es an der Börse in der kommenden Woche geben. Dann wagt mit dem Versicherer Talanx das erste größere deutsche Unternehmen in diesem Jahr den Sprung auf das Parkett. Am Dienstag werden die Aktien erstmals gehandelt. Hält das Papier den Emissionskurs oder steigt sogar darüber, dürfte dies die Optimisten bestärken.

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