Börsen in China : Deutlicher Aufschwung nach schwerem Kurssturz

Nach dem schwersten Kurssturz seit zehn Jahren haben die Börsen in China wieder deutlich zugelegt. Weltweit hatten die Börsen mit Kurseinbrüchen reagiert. Die Wall Street erlebte den größten Absturz seit 2001.

Schanghai - Die Indizes in Schanghai und Shenzhen schlossen knapp vier Prozent höher. Damit machten Chinas Aktienmärkte fast die Hälfte der Rekordverluste vom Vortag wieder wett. Peking hatte zuvor für Schadensbegrenzung gesorgt, indem es Gerüchte entkräftete, nach denen eine Steuer auf Kapitaleinnahmen aus Aktiengeschäften geplant sei.

Ein Sprecher der staatlichen Steuerbehörde hatte in den "Shanghai Securities News" die Spekulationen dementiert, die hauptsächlich für den Kursrutsch an den Börsen in Schanghai und Shenzhen am Vortag um fast neun Prozent verantwortlich waren.

"Der Hauptgrund waren Gerüchte, aber die sind aus der Welt geschafft", sagte Teng Yin, Analyst bei der Investment-Firma Everbright Securities. "Der Markt ist gesund. Kurzfristig wird es weiterhin Aufs und Abs geben, aber auf Dauer zeigt er nach oben", sagte Teng.

Gewinnmitnahmen mit Schuld am Einbruch

Analysten sprachen von einer fälligen Kurskorrektur auf dem überhitzten Wertpapiermarkt in China. Führende Ökonomen warnten schon seit Wochen vor einer Aktienblase, die sich an den Börsen von Schanghai und Shenzhen entwickelt habe. Der Shanghai Composite Index hatte 2006 um 130 Prozent zugelegt. Erst am Montag hatte er zum ersten Mal über der Schwelle von 3000 Punkten geschlossen.

Überraschend kamen die Heftigkeit des Absturzes und die starken Reaktionen an den internationalen Märkten. In Schanghai war es der größte Börsensturz seit Februar 1997 nach dem Tod Deng Xiaopings, des Architekten der Wirtschaftsreformen. Die Staatsmedien führten auch Gewinnmitnahmen nach dem traditionellen Neujahrsfest als Gründe für den Börsensturz an. Zudem erwarteten die Anleger neue Maßnahmen der Zentralregierung zur Abkühlung des Wirtschaftswachstums. In China tagt in der kommenden Woche der Nationale Volkskongress.

Der Shanghai Composite Index stieg um 3,94 Prozent auf 2881,07 Zähler, der Shenzhen Composite Index um 3,8 Prozent auf 736,81 Punkte. (tso/dpa)

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