Wirtschaft : Börsenausblick: Börsianer in Wartestellung

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Die Lage an den Finanzmärkten bleibt spannend. Die Anleger blicken weiterhin vor allem in die USA. Sah es bislang so aus, als ob die amerikanische Notenbank schnell weitere Zinssenkungen beschließen müsste, damit es in den USA konjunkturell nicht zu einer harten Landung kommt, so sind sich die Beobachter inzwischen nicht mehr ganz so sicher. "Ich denke, der Markt schraubt seine Erwartungen zurück, wie schnell und wie viel die Fed lockern wird", betonte ein Akteur angesichts des überraschenden Anstiegs der US-Einzelhandelsumsätze am Freitag. Auch wenn die jüngsten Zahlen vielen Experten zu denken geben, gehen sie weiterhin von einer Lockerung der Geldpolitik in den USA aus. Uneinig sind sie sich jedoch über die Höhe.

Gleichwohl werden die Profis die in der laufenden Woche anstehenden volkswirtschaftlichen Daten genau unter die Lupe nehmen, um ihre Einschätzung noch einmal zu überprüfen. Zu den wichtigen Daten zählen die Entwicklung von Verbraucherpreisen, Industrieproduktion und Kapazitätsauslastung im Dezember, die am kommenden Mittwoch bekannt gegeben werden. Am Freitag steht das Konsumentenvertrauen an. Diese Zahl spielt eine große Rolle, da das Verbraucherverhalten als Achillesferse der US-Konjunktur erachtet wird.

In Europa sieht die Lage noch etwas anders aus. Letzte Umfragen unter Volkswirten zur am Donnerstag anstehenden Sitzung der Europäischen Zentralbank machen deutlich, dass die Mehrheit nicht mit einer Zinssenkung rechnet. Gleichwohl haben EZB-Chefvolkswirt Otmar Issing und in geringerem Ausmaß auch der EZB-Monatsbericht für Januar die möglichen Risiken für die Konjunktur in Euroland herausgestellt. Für die Konjunktur-Pessimisten bei Morgan Stanley Dean Witter ist die künftige Marschroute jedenfalls klar: "Lockern, lockern, lockern", heißt es in der Überschrift eines Berichts zur Einschätzung der EZB-Politik.

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