Wirtschaft : Börsenstart des Pharmariesen im Dezember

Der deutsch-französische Pharmariese Aventis wird wie geplant vor dem Jahrtausendwechsel an den Start gehen. Nach der Fusion der Frankfurter Hoechst AG mit der französischen Rhône-Poulenc soll die Aventis S.A. am 15. Dezember die Arbeit aufnehmen. Dies gaben Hoechst und Rhône-Poulenc am Dienstag bekannt. Die Erstnotierung der neuen Aktien an den Börsen in Paris, Frankfurt (Main) und New York ist für den 20. Dezember geplant. In den USA wird das neue Unternehmen unter dem Kürzel AVE gelistet.

Das Umtauschangebot von Rhône-Poulenc an die Aktionäre der Hoechst AG soll vom 26. Oktober bis 26. November dauern. Dabei können die Hoechst-Aktionäre ihre Anteilsscheine im Verhältnis 1,333 zu eins in Aktien der Rhône-Poulenc umtauschen. Verläuft diese Transaktion erfolgreich, erhalten die Aktionäre im Dezember eine Sonderdividende von 2,72 Euro je Hoechst-Aktie.

Die ordentliche Hauptversammlung der Hoechst AG für das Rumpfgeschäftsjahr (31. Juli) soll am 9. Dezember über die Bühne gehen. Sechs Tage später soll eine außerordentliche Hauptversammlung der Rhône-Poulenc S.A. zusammen kommen. Die Aktionärsversammlung werde eine notwendige Kapitalerhöhung beschließen, hieß es. Im Anschluss daran wird Rhône-Poulenc in Aventis umbenannt.

Am Montag waren bereits die letzten juristischen Hürden für den geplanten Börsenstart am 25. Oktober des neuformierten Chemieriesen Celanese beseitigt worden. Die von Aktionären gegen die Abspaltung der Celanese von der Hoechst AG erhobenen Anfechtungsklagen wurden beigelegt. Die Bündelung der bisherigen Chemieaktivitäten von Hoechst unter dem Dach der neuen Celanese war eine wichtige Voraussetzung für die Fusion von Hoechst und Rhône-Poulenc.

Aventis wird zum weltgrößten Anbieter in den Bereichen Pharma und Landwirtschaft mit einem Umsatz von rund 17,7 Milliarden Euro (rund 34,6 Milliarden Mark) und 92 000 Beschäftigten. Sitz des Unternehmens wird Straßburg. Der größere Unternehmensteil - die Aventis Pharma AG - mit einem Umsatz von 12,9 Milliarden Euro und 75 000 Beschäftigten wird allerdings von Frankfurt (Main) aus geführt.

Für Berlin bringt die Fusion allerdings eine bittere Pille. Die hier beheimatete Zentrale von Agrevo, der 1994 gegründeten Pflanzenschutztochter von Hoechst und Schering, wird dem Zusammenschluß mit den Franzosen zum Opfer fallen. Die Schaltstelle für den Pflanzenschutz des Konzerns wird in Lyon angesiedelt. Noch ist nicht klar, wieviele Stellen deshalb an der Spree gestrichen werden.

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