Wirtschaft : Boom bei Internet-Handel lockt bis zu 20 Käufer für Staatsbetrieb an

Die vor der Privatisierung stehende Bundesdruckerei in Berlin will vom Boom im Internet-Handel profitierten. Das Unternehmen sei im E-Commerce und im mobilen Handel gut positioniert, sagte Geschäftsführer Harald Wendel am Donnerstag in Berlin bei der Bilanzvorlage. Eine Entscheidung über die neuen Eigentümer der Druckerei, die weltweit zu den führenden Unternehmen der Hochsicherheitstechnik gehört, werde nach wie vor im viertel Quartal dieses Jahres erwartet. In der Chipkartentechnik, im Softwarebereich, in der digitalen Sicherheit und beim Marken- und Produktschutz sei der Noch-Staatsbetrieb gut positioniert. Insbesondere in der digitalen Signatur werde nach Umsetzung der EU-Richtlinien das Geschäft forciert. In den nächsten Jahren seien mit der Restrukturierung einschließlich eines weiteren Personalabbaus deutliche Ertragsverbesserungen zu erwarten. An der Übernahme interessiert sind bis zu 20 Unternehmen, darunter der Medienkonzern Bertelsmann und der Konkurrent aus München Giesecke & Devrient. Ob die Bundesdruckerei vollständig verkauft oder nur teilprivatisiert werde, sei noch offen. Auch ein Börsengang des Unternehmens, das sich im weltweiten Branchenvergleich an dritter oder vierter Stelle sieht, sei nicht auszuschließen. Gegen eine Vollprivatisierung machen Beschäftigte seit Wochen mobil.

Die Bundesdruckerei druckt nicht nur einen Teil der ersten Euro-Noten für Deutschland sowie Banknoten für andere Länder. Gefertigt werden auch die EU-Kartenführerscheine, Reisepässe, Personalausweise, Briefmarken sowie Hochsicherheitskarten und Wertpapiere. Beim Konzern-Umsatz werde in diesem Jahr erstmals die Milliardengrenze überschritten. Der Zuwachs von 880 Millionen Mark in 1999 auf bis zu 1,2 Milliarden Mark im laufenden Jahr soll ausschließlich über internes Wachstum erreicht werden.

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