Wirtschaft : Boom der Billigflieger hält an

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Dass Easyjet die Deutsche BA nicht übernommen hat, heißt noch nicht, dass wir bald wieder für Wucherpreise nach London oder Rom fliegen müssen. Denn selbst, wenn die DBA keinen anderen Übernahmekandidaten findet und Konkurs anmelden muss, werden sich die Preise der übrigen Billigflieger – HapagLloyd-Express, Germanwings und Air Berlin – auf Auslandsstrecken nicht spürbar verändern. „Das geht schon wegen der Konkurrenz von Ryanair und Easyjet nicht“, sagte Dieter Schneiderbauer, Luftfahrtexperte von der Unternehmensberatung Mercer. Außerdem kämpften die deutschen Billiganbieter auf vielen Strecken noch mit zu geringer Auslastung und müssten ihre Flugzeuge erst einmal voll bekommen, bevor sie sich erlauben könnten, die Preise zu erhöhen.

Billiganbieter wie Germanwings und Hapag-Lloyd-Express mit Basis in Köln/Bonn sowie Air Berlin steuern hauptsächlich Ziele im europäischen Ausland an. Das Hauptgeschäft der DBA sind dagegen die innerdeutschen Strecken. Hier allerdings könnte ein Verschwinden der DBA zu deutlich höheren Preisen führen. Denn auf vielen dieser Strecken ist die DBA der einzige Konkurrent der Lufthansa. Als Reaktion auf das neue Geschäftsmodell der DBA hatte die Kranich-Airline Sonderpreise von 88 Euro eingeführt. „Das würde dann ein Ende haben“, meint Experte Schneiderbauer. „Zunächst würde die Lufthansa die Kontingente für Billigtickets verkleinern und dann langsam die Preise wieder anheben“, sagte er.

Über kurz oder lang wird Lufthansa nach Ansicht von Schneiderbauer aber wieder neue Konkurrenz bekommen, vor allem auf häufig frequentierten Strecken wie Hamburg-München oder Berlin-München. fw

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