Wirtschaft : Bosch drücken hohe Kosten

Solartechnik und Elektroauto machen dem Konzern zu schaffen.

Chefwechsel. Franz Fehrenbach (rechts) übergibt an Volkmar Denner. Foto: dapd
Chefwechsel. Franz Fehrenbach (rechts) übergibt an Volkmar Denner. Foto: dapdFoto: dapd

Stuttgart - Der Autozulieferer Bosch will seine unrentable Sparte Solartechnik nicht auf Dauer mit Gewinnen aus anderen Konzern-Geschäftsfeldern subventionieren. Die Produktionskosten müssten sinken, sagte Bosch-Chef Franz Fehrenbach am Donnerstag auf der Bilanzpressekonferenz in Stuttgart. Bosch habe einen langen Atem und setze auf Technologiesprünge. Im Laufe dieses Jahres werde Klarheit herrschen, wie sich die Kosten in der Zukunft entwickelten.

Bosch hat auf sein mit Milliardenaufwand etabliertes Standbein Solartechnik mittlerweile rund eine Milliarde Euro abgeschrieben, die gesamte Branche kämpft mit Kürzungen der Solarförderung und dem Preisverfall bei Solar-Zellen. „Wir werden die Fotovoltaik mittelfristig ertragreich machen“, sagte Fehrenbach. Dabei gehe es um einen Zeitraum von drei bis fünf Jahren.

Auch im angestammten Automobilzuliefer-Geschäft drücken Bosch hohe Kosten für Rohstoffe und die Entwicklung verbrauchsarmer Fahrzeugantriebe etwa für Elektroautos. Die Vorleistungen in Höhe von rund 400 Millionen Euro jährlich lohnten sich, auch wenn rein elektrisch angetriebene Fahrzeuge die Verbrennungsmotoren nicht so schnell ersetzten, sagte Kfz-Technik-Chef Bernd Bohr. Bosch gehe davon aus, dass im Jahr 2020 weltweit voraussichtlich 2,5 Millionen der 115 Millionen dann verkauften Neuwagen rein elektrisch angetrieben würden. Erst Mitte des kommenden Jahrzehnts sei mit einem Umschwung von Verbrennungsmotoren zu elektrischen Antrieben in der Autobranche zu rechnen. Intern bereitet sich Bosch auf ein Scheitern des Gemeinschaftsunternehmens mit Samsung zur Fertigung von Lithium-Ionen-Batterien vor. Man diskutiere schon über neue oder weitere Partner, sagte der Vorsitzende für den Unternehmensbereich Kraftfahrzeugtechnik bei Bosch, Bernd Bohr. „Es gibt Argumente, die dafür sprechen“, sagte er.

Mit Zukäufen wird sich Bosch in der kommenden Zeit voraussichtlich zurückhalten, obwohl der im Stiftungsbesitz befindliche Konzern über knapp zwölf Milliarden Euro liquide Mittel verfügt. „Wir haben intern viele Wachstumsmöglichkeiten“, sagte der zur Jahresmitte in den Aufsichtsrat wechselnde Fehrenbach.

Sein designierter Nachfolger, Entwicklungschef Volkmar Denner, sagte mit Blick auf seine Amtsübernahme, „ich stehe für Kontinuität“. Es wäre „unglaubwürdig, wenn ich die Weichen künftig völlig anders stellen würde“. rtr/dpa

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