Wirtschaft : Bosch unter Strom

Autozulieferer setzt auf Elektromobilität

Boxberg - Elektroautos sollen dem Autozulieferer Bosch deutlich bessere Geschäfte mit den Fahrzeugbauern bescheren. Die steigende Nachfrage nach Fahrzeug-Elektrik und -Elektronik lasse den Anteil der Zulieferer an der Wertschöpfung künftig steigen, sagte Bosch-Kfz- Technik-Chef Bernd Bohr am Dienstag in Boxberg. „In künftigen Elektroautos wird er 75 Prozent erreichen“, stellte Bohr in Aussicht. Derzeit entfalle auf Zulieferer wie Bosch im Autobau ein Wertschöpfungsanteil von 40 Prozent.

Bereits 2011 rechnet Bosch erneut mit einem deutlichen Plus beim Umsatz mit Kfz-Technik. Erstmals werde die größte Bosch-Sparte mehr als 30 Milliarden Euro umsetzen, prognostizierte Bohr, gegenüber dem Vorjahr ein Plus von gut zehn Prozent. Im ersten Quartal habe der Umsatz um 15 Prozent zugelegt. Die weltweite Mitarbeiterzahl werde daher 2011 um rund 10 000 auf 177 000 wachsen.

Bosch ist unter anderem auf Motoren-Einspritztechnik spezialisiert, investiert aber auch kräftig in Batteriespeicher, Elektromotoren und Elektronik. Jährlich 400 Millionen Euro wendet das Unternehmen für die Elektrifizierung des Antriebsstrangs auf, rund 800 Ingenieure arbeiten an den Thema. „Es ist unser erklärtes Ziel, diesen Aufwand zügig mit Skaleneffekten aufzufangen“, sagte Bohr. „Und das heißt: Stückzahlen bündeln, Bauteile standardisieren.“ Mit Daimler hat sich Bosch beispielsweise auf die gemeinsame Entwicklung und Produktion von E-Motoren geeinigt. Bis 2013 will Bosch bei zwölf Automobilherstellern knapp 20 Serienaufträge zur Lieferung von elektrischen Fahrzeugkomponenten unter Dach und Fach bringen.

Beim Gemeinschaftsunternehmen SB Limotive, an dem Bosch und Samsung je die Hälfte der Anteile halten, werden Batteriezellen gefertigt. Die nächste Fabrik soll in Europa aufgebaut werden. Wo genau, könne schon 2012 entschieden werden, sagte Bohr. Es seien Gespräche mit verschiedenen Standorten geführt worden – vor allem in Deutschland. Auch Berlin macht sich Hoffnung, den Zuschlag zu bekommen. rtr/dpa

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