Wirtschaft : BP beschwört finanzielle Stärke

Berlin - Der BP-Konzern ist überzeugt, die finanziellen Folgen der Öl-Katastrophe im Golf von Mexiko bewältigen zu können. Zwar sei es noch zu früh, um die Gesamtkosten zu beziffern, sagte BP- Chef Tony Hayward am Freitag in einer Telefonkonferenz für Investoren. Doch BP sei ein starkes Unternehmen und finanziell robust. Bislang habe man eine Milliarde Dollar gezahlt. „Das Geldausgeben wird auf diesem Level weitergehen, bis die Quelle gestopft ist“, sagte Hayward.

Der Konzern hat seit der Explosion auf der Ölplattform „Deepwater Horizon“ am 20. April mit elf Toten massiv an Wert verloren. Die BP-Aktie brach von ihrem damaligen Kurs von 655,40 Pence um ein Drittel auf 416 Pence ein. Die Talfahrt der Aktie beschleunigte sich, nachdem es am vergangenen Wochenende erneut nicht gelang, die sprudelnde Ölquelle zu stoppen. Am Donnerstag hatten zudem die US-Ratingagenturen Fitch und Moody’s die Kreditwürdigkeit von BP herabgestuft. Am Freitag konnte die Aktie sich leicht erholen, nachdem es in einem erneuten Anlauf gelungen ist, einen Behälter über dem Leck zu platzieren.

BP will eine eigenständige Organisation gründen, die sich den langfristigen Folgen der Ölverseuchung widmen soll. Hayward kündigte auch eine Neuausrichtung der Öl-Förderung in tiefen Gewässern an. Höhere Sicherheitsstandards würden die Kosten in die Höhe treiben, jedoch nicht so weit, dass die Förderung dann nicht mehr profitabel wäre.

Wie BP es mit der Quartalsdividende halten wird, dazu gebe es noch keine Entscheidung, teilte der Konzern mit. Zwei US-Senatoren hatten gefordert, auf die Zahlung zu verzichten, bis die Gesamtkosten der Ölpest bekannt seien. vis/dpa

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