Wirtschaft : BP: Pipeline-Reparatur kann Monate dauern Benzinpreise nähern sich neuem Jahresrekord

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Berlin - Das größte Ölfeld der USA in Alaska bleibt möglicherweise Wochen oder Monate geschlossen. Nach der Entdeckung einer verrosteten Pipeline teilte der Betreiber BP mit, dass 26 Kilometer Rohre ausgewechselt werden müssten. An zahlreichen Stellen seien die Wände extrem dünn. Am Montag hatte die Nachricht über die Schließung des Feldes Prudhoe Bay die Ölpreise explodieren lassen. Am Dienstag fielen die Notierungen nur leicht. Der Preis für Rohöl aus der Opec (Organisation Erdöl exportierender Länder) kletterte sogar auf ein neues Rekordniveau. Ein Barrel (159 Liter) kostete zu Wochenbeginn 72,12 Dollar. Auch die Benzinpreise in Deutschland nähern sich einem neuen Jahreshoch.

Unterdessen wurde das wahre Ausmaß der Probleme in der Prudhoe Bay bekannt. Nach BP-Angaben war für die Leitungen eine Lebensdauer von 25 Jahren vorgesehen, inzwischen seien es aber schon 29 Jahre geworden. BP gerät nun auch politisch unter Druck. In den USA forderten führende Vertreter der oppositionellen Demokraten eine Anhörung im Kongress. Kritiker werfen dem Konzern vor, trotz seiner Rekordgewinne nicht genügend in die Sicherheit zu investieren.

Der Börsenwert von BP sank in den vergangenen beiden Tagen auf 232 Milliarden Dollar und damit unter den Wert des Konkurrenten Shell mit 237 Milliarden Dollar. Analysten gehen davon aus, dass das von BP angestrebte Image eines umweltfreundlichen Ölkonzerns stark angekratzt sein dürfte. Unter dem Strich rechnen die meisten Analysten aber mit keinen messbaren schwerwiegenden Folgen für das Unternehmen.

In Deutschland sind die Benzinpreise zu Wochenbeginn um drei Cent je Liter gestiegen und haben damit fast ihren Jahreshöchststand von Mitte Juli erreicht. Ein Liter Super kostet nun im Durchschnitt 1,41 Euro, bei Diesel sind es 1,18 Euro.

Das Jahr 2006 könnte damit für Autofahrer das bisher teuerste werden. Wenn sich der Preis auf dem gegenwärtigen Niveau hält, dürfte ein Durchschnittsfahrer in diesem Jahr 200 Euro mehr für Treibstoff ausgeben als im Vorjahr. Tsp

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