Wirtschaft : Brainpool: TV-Produzent von Comedy und Erotik

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Wer seine Abende vor der Glotze verbringt, kommt an den Produkten nicht vorbei. Es sind Fernsehsendungen wie "Die Wochenschow" und die Stefan-Raab-Show "TV total". Beim Fernsehen verkauft man dem Zuschauer dies als Comedy. Zu etwas späterer Stunde kann man sich dann noch "Liebe Sünde" ansehen.

Produzent ist in jedem Fall Brainpool. Die Gruppe bezeichnet sich selbst als einen der führenden Produzenten und Vermarkter von TV-Shows und TV-Serien im deutschen Fernsehen in den Bereichen Comedy und Erotik. Grundlage des Geschäftskonzepts ist - so heißt es in der Selbstdarstellung des Unternehmens im Internet weiter - die vollständige Integration der gesamten Wertschöpfungskette im eigenen Konzern. Filme und Shows werden auf eigenes Risiko entwickelt und finanziert. Auftragsproduktionen werden inzwischen abgelehnt. Dies war allerdings nicht immer so. bis zum Juli des vergangenen Jahres wurde beispielsweise noch die "Harald-Schmidt-Show" als Auftragsproduktion hergestellt.

Heute werden auch alle Lizenzrechte entweder selber oder mit Partnern vermarktet. Künftig sollen die aus den Produktion entstehenden Verwertungsrechte auch über Internet, Merchandising und Events vermarktet werden. Beispielsweise wurde die CD der "Ö La Palöma Boys" aus "TV Total" bislang über 520 000 Mal verkauft. Die Künstler werden über eigene Tochterfirmen am Erfolg beteiligt und an Brainpool gebunden.

Gegründet wurde die Gesellschaft am 12. September 1994 in Köln als GmbH von Jörg Grabosch, Ralf Werner Günther und Martin Kess. Seit dem 22. November dieses Jahres wird Brainpool am Neuen Markt notiert. Heute halten Grabosch 20,41 Prozent, Ralf Günther 17,10 Prozent, Martin Kess 17,10 Prozent, Andreas Scheuermann 5,40 Prozent, Bettina Tronich-Grabosch 3,58 Prozent und Saskia Karin Günther 1,43 Prozent. In Streubesitz befinden sich 28,29 Prozent der Aktien.

Die Ziele, die die Eigentümer anlässlich des Börsengangs verkündeten, waren hoch gesteckt. Bis zum Jahr 2002 soll der Umsatz von 48,8 Millionen Mark in 1999 auf 155,2 Millionen Mark steigen, das operative Ergebis vor Steuern (Ebit) soll sich von 1,24 auf 35,13 Millionen Mark erhöhen.

Die Papiere (WKN 518 890) wurden in einer Preisspanne von 43 bis 47 Euro angeboten, der Ausgabekurs schließlich mit 47 Euro festgelegt. Wer Aktien zugeteilt bekam, konnte sich für kurze Zeit freuen. Die Papiere starteten mit einem Kursaufschlag von knapp 79 Prozent, fielen dann allerdings auf 84 Euro zurück. Dies waren gleichzeitig auch die höchsten bisher erreichten Kurse. Nach einem Tiefstand von 47 Euro Ende November notierte das Papier am Donnerstagmittag bei 68,80 Euro.

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