Wirtschaft : Brau und Brunnen: Getränkekonzern vor Verkauf - erneut Dividende ausgefallen

Das angeschlagene Dortmunder Getränkeunternehmen Brau und Brunnen AG, zu dem auch die Berliner Schultheiss Brauerei gehört, hat Gespräche seines Hauptaktionärs HypoVereinsbank, München, für den Verkauf eines Teils der 55-Prozent-Beteiligung bestätigt. "Es gibt vielfältige Gespräche, aber der Hauptaktionär macht nichts hinter dem Rücken des Vorstandes", sagte der Vorstandsvorsitzende Rainer Verstynen am Mittwoch in Dortmund. Die Bank sowie der Vorstand strebten aber keine Zerschlagung des Unternehmens an, sagte Verstynen.

Seit Monaten machen Verkaufsspekulationen die Runde. Als Favorit für den Einstieg wird die Münchner Immobilien- und Getränke-Gruppe Schörghuber gehandelt, die ihre Bayerische Brau-Holding mit Brau und Brunnen fusionieren könnte. Daraus entstünde der größte deutsche Bierkonzern. "Es gibt noch andere Interessenten außer den Münchnern", sagte Verstynen zu den Spekulationen.

Brau und Brunnen schrieb auch im vergangenen Jahr rote Zahlen. Im Konzern ergebe sich ein Jahresfehlbetrag von 86,8 Millionen Mark, in der AG von 56,2 Millionen Mark, teilte das Unternehmen mit. Zum fünften Male in Folge zahlt die AG ihren Aktionären keine Dividende.

Der Fehlbetrag resultiere aus Abschreibungen vor allem auf Ost-Immobilien in Höhe von 118 Millionen Mark. Darüber hinaus sei das Ergebnis von Wertberichtigungen auf Darlehen und Forderungen in Höhe von 44 Millionen Mark belastet, hieß es. Der Umsatz reduzierte sich um 3,8 Prozent auf 1,48 Milliarden Mark. Der Getränkeabsatz der Brau und Brunnen-Gruppe lag mit 13,75 Millionen Hektoliter 1,4 Prozent unter Vorjahresniveau.

Das Ergebnis fiel im Geschäftsfeld Bier auf minus 50,5 Millionen Mark und im Geschäftsfeld Immobilien auf minus 83,5 Millionen Mark. Gegenläufig war laut Brau und Brunnen der Trend bei den alkoholfreien Getränken. Dabei erreichte das Unternehmen bei einem überproportionalen Wachstum der Marken Apollinaris, Schweppes und Vita Cola einen Jahresüberschuss von 47,2 Millionen Mark.

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