Bundesdruckerei : Zurück zum Staat

Die Privatisierung der Bundesdruckeri lief, wie eine Privatisierung nicht laufen sollte. Bundesfinanzminister Hans Eichel verkaufte das Berliner Unternehmen, das nicht nur Banknoten sondern auch Reisepässe, Führerscheine und andere Sicherheitsausweise herstellt, im Jahr 2000 an den Finanzinvestor Apax. Der bürdete dem damals gesunden Unternehmen den Kaufpreis von umgerechnet einer Milliarde Euro auf – und brachte die Bundesdruckerei an den Rand der Insolvenz. Die Zahl der Mitarbeiter sank von 4000 auf 1300. Der Kaufpreis wurde jedoch nie voll bezahlt, weshalb die Bundesdruckerei heute noch mit rund 250 Millionen Euro beim Bund verschuldet ist.

2002 übernahm die Authentos- Gruppe die Bundesdruckerei von Apax. Haupteigentümer ist seitdem Heinz-Günter Gondert, Partner der Frankfurter Anwaltssozietät Clifford Chance. Gondert plant seit längerem einen Verkauf seiner Anteile. Der einzige deutsche Konkurrent der Bundesdruckerei, Giesecke & Devrient aus München, würde das Berliner Unternehmen gern übernehmen. Denn es soll in deutscher Hand bleiben. Das allein reicht Innenminister Wolfgang Schäuble (CDU) aber nicht. „Aus Sicht der Bundesregierung wird eine Minderheitsbeteiligung des Bundes von 25,1 Prozent für erforderlich gehalten“, sagt seine Sprecherin. Es gehe darum, die Sicherheits- und Geheimschutzinteressen des Bundes wahren. Sicherheitsrelevante Technik soll nicht in ausländische Hände geraten. Für seinen Anteil müsste der Bund nicht einmal Geld in die Hand nehmen, geplant ist, das Darlehen von rund 250 Millionen Euro in eine Beteiligung umzuwandeln. vis

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