Wirtschaft : Bundesschatzbriefe ideal für Kleinsparer

MICHAEL BRUNS

Sicherheit und hohe Renditen Von MICHAEL BRUNS

Für Kleinsparer bietet der Finanzminister eine ideale Sparform an: Bundesschatzbriefe sind ausgesprochen sicher, die Rendite liegt meist über der von vergleichbaren Sparangeboten der Banken und Sparkassen, und der Anleger kann nach einem Jahr Laufzeit jederzeit wieder an sein Geld heran.Die Papiere sind schon in kleiner Stückelung ab 100 DM erhältlich.Schatzbriefe gibt es in zweierlei Form: Typ A: Sechs Jahre Laufzeit, jährliche Zinsausschüttung. Typ B: Sieben Jahre Laufzeit, Zinsauschüttung erst am Ende der Laufzeit. Für die meisten Sparer empfiehlt sich Typ A.Denn hier können sie jährlich die Freibetragsgrenze von 6100 DM (12 100 DM bei Ehepaaren) der Zinssteuer ausschöpfen.Bei Typ B laufen Anleger mit großen Sparsummen Gefahr, diese Grenze zu überschreiten.Interessant ist Typ B dann, wenn man ohnehin über den Freibetrag kommt, aber zum Ausschüttungstermin in einer niedrigeren Steuerklasse als heute ist.Das betrifft in erster Linie ältere Arbeitnehmer, die dann in Rente sind. Bundesschatzbriefe werden laufend ausgegeben.Die Renditen der aktuellen Serie liegen zwischen 2,75 Prozent (Typ A und B) und 5,20 Prozent (Typ B) im siebten Jahr.Entscheidende Kennzahl ist nicht der Nominalzins, sondern die Rendite pro Jahr.Sie steigt von Jahr zu Jahr, so daß eine Zinstreppe entsteht.Die Rendite bildet den Durchschnitt aus den anfangs niedrigen und später sehr viel höheren Nominalzinsen.Wer beim Typ A beispielsweise nach vier Jahren aussteigt, hat über diese Zeit eine Rendite von 4,02 Prozent pro Jahr erwirtschaftet ­ der Nominalzins liegt im vierten Jahr bei 5,50 Prozent.Beim Typ B liegt die Rendite bei 4,06 Prozent.Daß sie höher ist als beim Typ B, liegt am Zinseszinseffekt. Ein Tip für die Sparer: Beim Vergleich von Bundesschatzbriefen mit Sparplänen der Banken und Sparkassen muß die effektive Jahresrendite herangezogen werden.Die Stiftung Warentest weist immer wieder darauf hin, daß Kreditinstitute stattdessen gern die jährliche Wertsteigerung angeben.Doch die liegt durchweg über der tatsächlichen Rendite ­ ein Vergleich zwischen Rendite und Wertsteigerung ergibt also immer ein schiefes Bild. Bundesschatzbriefe können vorzeitig zurückgegeben werden ­ allerdings frühestens nach einem Jahr.Der Sparer kann also jederzeit umdisponieren, er bleibt in hohem Maße flexibel.Clevere Anleger nutzen das aus: Sie tauschen das alte, niedrigverzinste Papier, gegen ein neues, höherverzinsliches um.So anlegerfreundlich sind andere Sparformen in der Regel nicht.Wer sein Geld etwa bei der Bank fest anlegt, bekommt es gewöhnlich nicht vorher zurück. Für den erstmaligen Kauf führt der erste Weg in die nächste Bank oder Sparkasse.Dort füllt der Käufer einen Kaufantrag aus.Am besten auch gleich einen Antrag zur Eröffnung eines Schuldbuchkontos bei der Bundesschuldenverwaltung in Bad Homburg.Ansonsten müßte er bei der Bank ein Depot eröffnen und dafür Gebühren zahlen.Die Bundesschuldenverwaltung legt für den Sparer ein Schuldbuchkonto an, wo die eingezahlten Summen gutgeschrieben werden.Der Käufer erhält jährlich einen Kontoauszug.Die Zinsen werden auf sein Girokonto überwiesen.

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