Wirtschaft : BWB als letztes Juwel Berlins heiß umworben

DANIEL WETZEL

BERLIN .Im Milliardenpoker um die Berliner Wasserbetriebe (BWB) hofft eine Vielzahl internationaler Großkonzerne zum Zuge zu kommen.Allein schon die finanztechnische Abwicklung des Geschäftes, das mindestens 2 Mrd.DM in die Kassen des Senats spülen soll, ist unter Investmentbanken ein begehrter Auftrag.SPD-Fraktionschef Klaus Böger staunte nicht schlecht, als ihn am Montag der neue Botschafter der USA bei den Vereinten Nationen, Richard Holbrooke, besuchte: "Ich dachte schon, der will meine Meinung zum Bosnien-Konflikt wissen", scherzte Böger über seinen mutmaßlichen "Durchbruch in die ganz große Politik." Holbrooke aber wurde im Auftrag der Investmentbank Credit Suisse First Boston vorstellig, deren Vizepräsident er ist: Und Credit Suisse will den Deal abwickeln.

Auch auf der Käuferseite formieren sich die Reihen: Die großen Wasserversorger Europas haben ein Auge auf das letzte Berliner Privatisierungsjuwel geworfen: Die britische Thames Water Inc.will offenbar neben Themse- nun auch Spreewasser verteilen.Severn Trent aus Birmingham sollen ebenso Interesse angemeldet haben wie die französische Vivendi und die deutsch-französische Eurawasser.Doch geht es nach dem Willen der SPD, kommen keine "Wasserspezialisten" in Betracht.Insider glauben an die Bewerbung des US-Konzerns Enron.Chancen haben nur die ganz Großen: "Wenn Eurawasser allein für die Betreiber-Konzession drei Milliarden zahlen wollte - wieviel mehr wird dann jetzt das Aktienpaket bringen?" fragt sich ein Insider.Das Hauen und Stechen hat jedenfalls schon begonnen: Laut "BZ" soll es einem Beauftragten des Essener RWE-Konzerns gelungen sein, sich in die Beratergruppe der Berliner SPD zu schmuggeln.Doch auch dort hat aus den Privatisierungen von Bewag und Gasag gelernt: "Wir lassen uns nicht beeinflussen", sagt Böger.

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