Carsharing : Car-2-Go und Flinkster kooperieren

Die Carsharing-Anbieter Car-2-Go und Flinkster arbeiten künftig zusammen – in ihrer Flotte werden bundesweit 6600 Autos angeboten.

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Groß mit Kleinwagen. In Berlin ist „Car-2-Go“ mit 1200 Autos Marktführer vor „Drive-Now“ mit 890 Fahrzeugen.
Groß mit Kleinwagen. In Berlin ist „Car-2-Go“ mit 1200 Autos Marktführer vor „Drive-Now“ mit 890 Fahrzeugen.Foto: Kai-Uwe Heinrich

Die beiden Vorstandsvorsitzenden würden wohl von einer „Win-win-Situation“ für die Deutsche Bahn und Daimler sprechen. Der Schienen- und der Autokonzern kooperieren künftig bei Mietautos. Daimlers Carsharingtochter „Car-2- Go“ soll Mitte des Jahres mit den Flinkster-Autos der Deutschen Bahn verknüpft werden, wie beide Unternehmen am Mittwoch mitteilten. „Car-2-Go“-Kunden können dann ohne gesonderte Anmeldung die Autos von Flinkster und die Mieträder der Bahn buchen. Umgekehrt können Flinkster-Kunden „Car-2-Go“-Wagen nutzen. Den Angaben zufolge entsteht so bundesweit ein Netz an Carsharing-Angeboten mit mehr als 6600 Fahrzeugen.

Für Daimler-Chef Dieter Zetsche und Bahn-Chef Rüdiger Grube ist die Kooperation Teil der Strategie, ihre Unternehmen jeweils als Verkehrs- und Mobilitätsdienstleister zu profilieren. Daimler baut schon länger Geschäfte auf, die nur noch mittelbar etwas mit dem Bau von Autos zu tun haben. Zum Beispiel in der Sparte Daimler Mobility Services, die unlängst bei dem Internet-Limousinenservice Blacklane einstieg, der über Internet oder Handy die Fahrdienste eines Chauffeurs vermittelt. Die Bahn wiederum verlässt ihr Kerngeschäft, um Kunden auch auf anderen Verkehrswegen ein Angebot zu machen – etwa in Kooperation mit Ford.

Carsharing wird für die Autohersteller immer wichtiger, auch BMW („Drive- Now“) und VW („Quicar“) zählen zu den Anbietern. In Berlin wird das Carsharing außerdem genutzt, um Elektroautos im Alltagsbetrieb zu testen. So kooperiert die Bahn unter anderem auch mit dem französischen Autohersteller Citroën, der in der Hauptstadt 350 elektrische C-Zero-Modelle in seinem „Multicity“-Carsharing im Einsatz hat. In Berlin ist Multicity rein elektrisch, in anderen Städten werden auch konventionelle Fahrzeuge angeboten. Die neue Zusammenarbeit von Bahn und Car-2-Go sieht man bei Citroën gelassen. „Carsharing-Nutzer sind ohnehin häufig bei mehreren Anbietern angemeldet“, sagte ein Sprecher. Eine Ausweitung des Bahn-Angebots sei aus Verbrauchersicht zu begrüßen. Citroën prüft, ob im Laufe dieses Jahres die Elektroflotte in Berlin auf 500 Fahrzeuge ausgebaut oder das Geschäftsgebiet erweitert wird.

Auch der Autovermieter Sixt will expandieren – mit seinem Chauffeurdienst „My- Driver“. „Wir wollen in den Großstädten mehr als zehn Prozent vom Taximarkt“, kündigte der Geschäftsführer von „My Driver“, Carl Schuster, im „Handelsblatt“ an. Dazu will Sixt in München, Frankfurt, Düsseldorf und Köln einen Fahrzeugpool aufbauen. mit dpa

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