Wirtschaft : CDU fordert Bündnisse für Ausbildung Vizechef Böhr will auch Förderprogramme der BA

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Berlin – Zur Bekämpfung der Misere am Lehrstellenmarkt schlägt der stellvertretende CDUVorsitzende Christoph Böhr vor, betriebliche Bündnisse für Ausbildung zu schaffen. Böhr sagte dem Tagesspiegel, Betriebsräte und Unternehmensleitungen sollten solche Bündnisse vereinbaren können. So sei denkbar, dass in Betrieben, in denen eine besonders hohe Ausbildungsvergütung gezahlt werde, Azubis weniger Geld erhielten, wenn dafür zusätzliche Ausbildungsplätze eingerichtet werden könnten. Der rheinland-pfälzische CDU-Landeschef grenzt sich damit auch vom Präsidenten des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Ludwig Georg Braun ab, der generelle Kürzungen bei den Ausbildungsvergütungen gefordert hatte.

Außerdem setzt sich Böhr dafür ein, dass die Bundesagentur für Arbeit (BA) befristet kleine Betriebe bei der Schaffung neuer Ausbildungsplätze unterstützt. Betriebe mit bis zu 20 Mitarbeitern, die jetzt noch einen zusätzlichen Ausbildungsplatz anböten, sollten im Rahmen eines befristeten Programms einen BA-Zuschuss erhalten. Die erforderlichen Mittel könnten innerhalb des Etats umgeschichtet werden, indem die Gelder für den zweiten Arbeitsmarkt gekürzt würden. „Viel wichtiger ist, dass wir jungen Menschen eine qualifizierte Erstausbildung ermöglichen“, sagt Böhr.

Nach Angaben der Bundesagentur fehlen derzeit rechnerisch 169 000 Lehrstellen. Das sind etwa 8000 fehlende Ausbildungsplätze mehr als im Vorjahreszeitraum. Das neue Ausbildungsjahr beginnt Ende September. Bis dahin wird die Lehrstellenlücke erfahrungsgemäß kleiner. Arbeitsmarktexperten rechnen aber nicht damit, dass alle jugendlichen Bewerber eine Lehrstelle finden. ce

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