Chemie : Schering-Übernahme lohnt sich für Bayer

Die Übernahme von Schering hat sich für Bayer ausgezahlt. Die Gewinnaussichten des Leverkusener Konzerns hat der Konzernchef nach oben korrigiert.

Maren Peters

Berlin - Die milliardenschwere Übernahme von Schering hat sich für Bayer ausgezahlt. Die Geschäfte in der Pharmasparte laufen so gut, dass Bayer-Konzernchef Werner Wenning die Gewinnziele für 2007 und 2009 nach oben gesetzt hat. „Damit führen wir Bayer in eine neue Ergebnisdimension“, sagte Wenning am Dienstag in Leverkusen vor Investoren. Weil die Integration des Berliner Pharmaherstellers schneller vorangehe als geplant, erwartet Bayer ab 2009 nun auch deutlich höhere Einsparungen. In der Forschung will sich der Konzern künftig auf die vielversprechendsten Kandidaten konzentrieren. Das bedeutet auch für drei Schering-Projekte das Ende. Die Gesundheitssparte soll insgesamt aber weiter ausgebaut werden.

Die Bayer-Aktie gehörte am Dienstag zu den größten Gewinnern im Dax, mit einem Kursplus von bis zu zwei Prozent auf 57,15 Euro.

Bayer hatte den Berliner Verhütungsspezialisten Schering im vergangenen Jahr für knapp 17 Milliarden Euro gekauft. Damit hat der Leverkusener Pharma- und Chemiekonzern seiner schwächelnden Pharmasparte eine kräftigen Schub gegeben. Schon 2006 hatte die Sparte rund 40 Prozent zum Konzernumsatz und fast die Hälfte des operativen Gewinns beigesteuert. Die Gesundheitssparte sei der „Wachstumsmotor für den gesamten Bayer-Konzern“, betonte Wenning gestern. Geld verdient der Konzern darüberhinaus auch mit Pflanzenschutz und Kunststoff.

„Die Übernahme von Schering war ein Meilenstein in der Weiterentwicklung unseres Geschäftsportfolios, und die Integration kommt schneller voran als erwartet“, sagte Wenning. Darum erwarte der Konzern nun Einsparungen in Höhe von 800 Millionen Euro statt der ursprünglich geplanten 700 Millionen Euro ab dem Jahr 2009. Außerdem gehen die Leverkusener davon aus, dass 80 Prozent der Einsparungen bereits Ende 2008 erzielt werden. 6100 Stellen fallen im Zuge der Integration weltweit weg.

Zur Profitabilität trügen sowohl die Schering-Übernahme als auch die Leistungsfähigkeit des Consumer-Health-Care-Geschäfts bei, sagte Wenning. Das ist das Geschäft mit verschreibungsfreien Medikamenten wie Aspirin, wo Bayer nach eigenen Angaben weltweit die Nummer zwei ist.

Wegen der optimistischen Aussichten im Pharmageschäft erhöhte der Konzern seine Gewinnprognose für 2007 und 2009. Für das laufende Jahr peilt Bayer nun eine Verbesserung seiner operativen Marge von über 20 Prozent (2006: 19,3), 2009 sollen es mehr als 22 Prozent sein.

Seine Wirkstoff-Forschung konzentriert Bayer künftig auf die Bereiche Krebs, Kardiologie, Frauengesundheit und diagnostische Bildgebung.

In der Forschung will sich Bayer künftig auf die aussichtsreichsten Projekte beschränken, wie Pharma-Chef Arthur Higgins ankündigte. 20 Entwicklungs-Projekte werden gestoppt. Das bedeutet auch für drei Schering-Kandidaten das Ende, darunter das Krebsmittel PTK/ZK. Große Hoffnungen setzt der Konzern nun vor allem auf Neuentwicklungen wie das Thrombose-Präparat Rivaroxaban und das Krebsmedikament Nexavar. Für Rivaroxaban erwartet Bayer ein Spitzenumsatzpotenzial von mehr als zwei Milliarden Euro. „Wir hoffen, hiermit in Zukunft eine wirkungsvolle Thromboseprophylaxe für die Patienten anbieten zu können und planen, den Zulassungsantrag für Europa noch in diesem Jahr einzureichen“, sagte der Entwicklungsvorstand von Bayer-Schering-Pharma, Kemal Malik. Eine kürzlich abgeschlossene Studie habe beeindruckende Ergebnisse gezeigt.

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