Wirtschaft : CHEMIE UND PHARMA Genügend Medikamente

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Die Pharma und Chemiekonzerne bereiten sich diskret auf mögliche Anschläge nach dem Ausbruch des Irak-Krieges vor. „Wir haben auf Grund des Irak-Konfliktes ein Koordinationszentrum eingerichtet, das 24 Stunden am Tag weltweit zu allen Standorten Kontakt hält“, sagt eine Sprecherin des größten europäischen Chemiekonzerns BASF in Ludwigshafen. Details nennt das Unternehmen nicht. Auch der Konkurrent Bayer gibt keine Auskünfte zum Konzept. „Die Anlagen sind in einer entsprechenden Situation gesichert“, versichert ein Sprecher des Leverkusener Konzerns. Dabei ist es nach Meinung von Sicherheitsexperten relativ unkompliziert, große Anlagen, wie sie bei der BASF oder Bayer stehen, außer Gefecht zu setzen. Im Prinzip könne da jeder ran. Wer auf den größtmöglichen Schaden für die Bevölkerung abzielt, könne aber mit viel primitiveren Mitteln sehr viel mehr Unheil anrichten, sagen die Fachleute – etwa, indem er Gift in die Wasserleitungen mischt. Der Urheber ist in der Regel nicht einmal nachweisbar. Auch darum wird die terroristische Gefahr für die großen Chemiewerke in Polizeikreisen relativ gering eingeschätzt. Als schlimmster anzunehmender Fall gilt ein Anschlag auf ein Werk – analog zum 11. September. Immerhin führen Fluglinien über das Bayer-Werksgelände. Bei dem Pharmawerk Merck sind die Sicherheitsmaßnahmen bereits seit dem 11. September verstärkt worden – und bleiben seitdem auf gleichbleibend hohem Niveau.

Die Notwendigkeit, bestimmte Medikamente für den Fall eines bioterroristischen Anschlags verstärkt zu produzieren, sehen weder das Bundesgesundheitsministerium noch die Hersteller. Medikamente seien ausreichend da, der fehlende Pockenimpfstoff ist inzwischen nachgeordert werden. pet

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