Wirtschaft : China setzt auf Wind und Sonne

Anselm Waldermann

Berlin - Die chinesische Regierung hat einen massiven Ausbau der erneuerbaren Energien angekündigt. Bis zum Jahr 2020 will das Land 15 Prozent seines gesamten Energiebedarfs durch regenerative Quellen decken. Dies sagte der chinesische Präsident Hu Jintao auf einer internationalen Energiekonferenz in Peking. „Die erneuerbaren Energien sind im Kampf gegen die Energieprobleme der Zukunft unumgänglich“, erklärte Hu. China betrachte sie als „wichtiges Instrument zur Förderung der wirtschaftlichen Entwicklung“. Bisher bezieht die Volksrepublik sieben Prozent ihres Bedarfs aus erneuerbaren Energien. Zum Vergleich: In Deutschland sind es sechs Prozent.

Angesichts des rasanten Wachstums in China erwarten Experten in den kommenden Jahren eine stark steigende Energienachfrage. Bisher war jedoch vor allem ein Ausbau der konventionellen Energieerzeugung, zum Beispiel mittels Kohle, im Gespräch. China ist nach den USA der zweitgrößte Verursacher von Treibhausgasen.

Dass sich das kommunistische Land nun verstärkt auch Sonne, Wind, Biomasse und Erdwärme zuwendet, gilt als neue Entwicklung. Auch deutsche Firmen könnten davon profitieren. „Noch ist China ein Minimarkt – aber mit enormem Potenzial“, sagte Matthias Hochstätter vom Bundesverband Windenergie dem Tagesspiegel. So will der Hamburger Windradhersteller Repower noch bis Ende des Jahres sieben Anlagen in der Provinz Shandong aufstellen. Darüber hinaus ist das Unternehmen eine Kooperation mit der chinesischen Dong Fang Steam Turbine Works eingegangen, die nun vor Ort in Lizenz produzieren wird. Ähnliche Strategien fahren auch Nordex, Vestas und General Electric. Der deutsche Marktführer Enercon hingegen hält sich zurück: „Wir setzen zunächst auf die europäischen Märkte“, hieß es in dem Unternehmen.

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