CHRONIK : Millionenbauern und Weltgeschichte

Schöneberg war bis zur Gründung von Groß-Berlin 1920 eine selbständige Stadt. Nach der Gründung des Deutschen Reiches 1871 war sie rasant gewachsen. Viele Bauern wurden durch den Verkauf ihrer Äcker als Bauland reich – und wurden fortan Millionenbauern genannt. Der dörfliche Kern ist rund um die ehemalige Dorfkirche an der Hauptstraße noch zu erahnen.

Weltweit bekannt wurde das 1911–14 errichtete Schöneberger Rathaus, als es zur Zeit der deutschen Teilung als Sitz des Regierenden Bürgermeisters von West-Berlin diente. Am 26. Juni 1963 hielt US-Präsident John F. Kennedy vor dem Rathaus seine berühmte „Ich-bin- ein-Berliner“-Rede.

Kurz nach dem Ersten Weltkrieg wurde im Südosten, an der Reglin- und Suttnerstraße, die Siedlung Lindenhof errichtet. Maßgeblich an der Planung beteiligt war der Schöneberger Stadtbaurat Martin Wagner. Vor kurzem hat die Eigentümerin der denkmalgeschützten Anlage, die Wohnungsbaugenossenschaft Gewo Süd, die Siedlung modernisiert. Dabei setzte sie mit Blockheizkraftwerk und Außendämmung auf hohe Energieeffizienz und baute zudem die Dachgeschosse aus – mit dem

Erfolg, dass sie noch vor Abschluss der Arbeiten

Vollvermietung vermelden konnte.

Ein weiteres architekturhistorisch bedeutendes Bauwerk sind die zwischen S-Bahnhof Friedenau und Hauptstraße gelegenen

Ceciliengärten
. In den 20er Jahren entstand die Wohnanlage mit ihren dreigeschossigen Häuserzeilen nach Plänen von Heinrich Lassen. Vor einigen Jahren wurden die Miet- in Eigentumswohnungen umgewandelt; gelegentlich findet sich eine Wohnung, die zum Verkauf steht.

Als beliebter Wohnort gilt auch der zu Schöneberg gehörende Ortsteil Friedenau. Interessant: Er zieht besonders viele Schriftsteller an – von Günter Grass über Uwe Johnson und Max Frisch bis hin zu

Herta Müller. ch

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