Chronologie : Übernahme im Eiltempo

13. März 2006

- Der Darmstädter Pharma- und Spezialchemiekonzern Merck bestätigt Übernahmepläne für den Berliner Konkurrenten Schering. Das Angebot an die Schering-Aktionäre beträgt 77 Euro je Aktie, der Transaktionswert liegt bei 14,6 Milliarden Euro. Während Merck-Chef Michael Römer von einer idealen Konstellation spricht, lehnt Schering-Chef Hubertus Erlen das Angebot als zu niedrig und feindlich ab.

23. März 2006 - Der Leverkusener Chemiekonzern Bayer legt ein freundliches Angebot zur Übernahme von Schering vor und will 86 Euro in bar pro Aktie zahlen. Das Angebot entspricht einem Transaktionswert von 16,5 Milliarden Euro. Der Schering-Vorstand unterstützt die Bayer-Offerte. Sitz der künftigen Zentrale von "Bayer-Schering-Pharma" soll Berlin sein.

24. März 2006 - Schering-Chef Erlen sieht nach der Vorlage des Bayer-Übernahmeangebots keine Möglichkeit mehr für den Berliner Pharmakonzern, eigenständig zu bleiben. Dies sei dem Vorstand vor dem Hintergrund des "äußerst attraktiven Angebots" klargeworden, sagt Erlen. Die Schering-Führung unterstütze die Übernahmeofferte von Bayer einstimmig. Nach den Worten Erlens hatte Schering unmittelbar nach Bekanntwerden des Merck-Angebots Kontakt zu Bayer aufgenommen.

24. März 2006 - Bayer rechnet laut Vorstandschef Werner Wenning nach einer Übernahme von Schering mit dem Wegfall von rund 6000 Arbeitsplätzen. Bei der feindlichen Offerte des Konkurrenten Merck war zuletzt von bis zu 7500 Arbeitsplätzen die Rede, die gestrichen werden sollten.

24. März 2006 - Merck teilt mit, dass ein höherer Preis je Schering-Aktie nicht gerechtfertigt sei. Die geplante Übernahme werde daher aufgegeben.

27. März 2006 - Der Schering-Aufsichtsrat spricht sich dafür aus, das Übernahmeangebot von Bayer anzunehmen. Das Kontrollgremium werde den Aktionären nach Prüfung des formellen Kaufangebots die Annahme empfehlen, teilt Schering mit.

13. April 2006 - Bayer legt sein offizielles Angebot zur Übernahme von Schering vor. Das Unternehmen bietet 86 Euro je Aktie. Schering-Aktionäre haben bis zum 31. Mai Zeit, die Offerte anzunehmen.

18. April 2006 - Vorstand und Aufsichtsrat von Schering empfehlen den Aktionären die Annahme des Übernahmegebotes der Bayer AG. Nach Veröffentlichung des formellen Bayer-Angebotes sei dieses geprüft worden und werde positiv bewertet, teilt Schering mit. (Quelle: ddp)

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