Chrysler-Verkauf : Daimler garantierte für Chrysler-Pensionen

Laut Daimler-Chrysler gibt es nach dem Verkauf der US-Tochter Chrysler keine offenen Rechnungen oder Risiken mehr. Für den Fall der Fälle hat der Autobauer trotzdem mit einer finanziellen Garantie vorgesorgt.

Stuttgart/Peking - Zu einem Bericht der "Financial Times Deutschland", wonach weitere Belastungen durch die Chrysler-Pensionspläne drohten, falls der US-Autobauer in die Pleite rutscht, sagte ein Sprecher, es gebe eine finanzielle Garantie, allerdings für einen rein hypothetischen Fall. Danach habe der Stuttgarter Autobauer über einen Zeitraum von fünf Jahren eine Milliarde Dollar für den Pensionsfonds garantiert. Hintergrund seien versicherungs-mathematische Berechnungen der US-Pensionsgarantieagentur PBGC für den unwahrscheinlichen Fall, dass die Chrysler-Pensionspläne kurzfristig aufgelöst würden. Auch der Chrysler-Käufer Cerberus sowie Chrysler selber hätten entsprechende Garantien abgegeben.

Unterdessen bestätigte Daimler-Chrysler-Sprecher Trevor Hale in Peking, dass sich der Autobauer wie schon länger erwartet aus dem chinesischen Bus-Joint-Venture Yaxing Benz zurückgezogen habe. Der Konzern habe seinen 50-Prozent-Anteil bereits im März an seinen chinesischen Joint-Venture-Partner Jiangsu Yaxing Motor & Coach Group verkauft. Mit dem Verkauf habe das Unternehmen eine wichtige Hürde für die Gründung seines geplanten Lkw-Joint-Ventures mit Beiqi Futon aus dem Weg geschafft, hieß es. Nach chinesischem Recht dürfen ausländische Autobauern nur jeweils an zwei Pkw- und zwei Nutzfahrzeug-Unternehmen beteiligt sein. Das schon lange erfolglose Bus-Gemeinschaftsunternehmen wäre nach dem Zusammengehen mit Futon- bei Nutzfahrzeugen dann das dritte gewesen.

Chery stoppt gemeinsame Projekte

Nach dem angekündigten Verkauf des US-Herstellers will der chinesische Autohersteller Chery seine Partnerschaft mit Chrysler nun neu verhandeln. Durch das Ende der Auto-Ehe von Daimler und Chrysler habe sich die Situation grundlegend geändert, sagte der für das internationale Geschäft zuständige General Manager von Chery, Zhang Li, dem "Handelsblatt". Chery sei vom Chrysler-Verkauf völlig überrascht worden. Das erste gemeinsame Projekt sei bereits gestoppt worden, sagte Zhang. Eigentlich wollte Chrysler im April das erste US-Modell eines in China gebauten Kleinwagens vorstellen.

"Wir sind weiter mit Chrysler im Gespräch, haben aber noch keinen Kontakt zu den neuen Eigentümern", sagte Zhang. Chrysler-Chef Tom LaSorda strebt nach eigenen Worten eine noch engere Allianz mit Chery an, wie er vergangene Woche betonte. Auch Hale sagte: "Wir werden alle unsere Projekte fortsetzen."

Eine weitere Produktankündigung kam unterdessen aus Stuttgart: Mercedes-Benz will noch in diesem Jahr einen Prototyp des Stadtbusses Citaro mit einem umweltfreundlichen Diesel/Hybrid-Antrieb präsentieren. Nach dem Versuchsbetrieb im Jahr 2008 solle 2009 die Serienfertigung beginnen, teilte Daimler-Chrysler mit. (tso/dpa)

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