Wirtschaft : Cingular übernimmt AT&T Wireless für 41 Milliarden Dollar Vodafone steigt aus Bieterkampf aus

Größter US-Mobilfunker entsteht

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New York (pf). Der Bieterkampf um das drittgrößte amerikanische Mobilfunkunternehmen AT&T Wireless Services ist entschieden: Cingular Wireless übernimmt den Konkurrenten für rund 41 Milliarden Dollar (32 Milliarden Euro) oder 15 Dollar je Aktie in bar. Das sind 27 Prozent mehr als der Schlusskurs von AT&T Wireless am vergangenen Freitag. Dies gab Cingular am Dienstag bekannt. Außerdem übernimmt Cingular rund sechs Milliarden Dollar Schulden. Der Mitbieter Vodafone ist damit aus dem Rennen. Die Briten hatten ihr letztes Kaufangebot, das sich Medienberichten zufolge auf 38 Milliarden Dollar belief, nicht verbessert. Vodafone erklärte in London dazu, die Offerte sei nicht länger im Interesse der Aktionäre gewesen.

Es entsteht nun das mit 46 Millionen Kunden und 32 Milliarden Dollar Umsatz größte Mobilfunkunternehmen der USA. „Der Zusammenschluss dürfte zu Kundenvorteilen und Wachstumsaussichten führen, die keine der beiden Firmen im Alleingang hätte erzielen können“, sagte CingularChef Stan Stigman. AT&T-Wireless-Chef John D. Zeglis hob die „stolzen Investmentergebnisse“ für die Aktionäre hervor. Der bisherige Marktführer auf dem US-Mobilfunkmarkt ist mit 37,5 Millionen Kunden die Gesellschaft Verizon Wireless Communications, an der Vodafone mit 45 Prozent beteiligt ist.

Die Verwaltungsräte von Cingular und AT&T Wireless haben dem Zusammenschluss zugestimmt. Es fehlt noch die Genehmigung der Aktionäre. Auch das US-Kartellamt muss zustimmen, da durch den Kauf einer der sechs führenden Mobilfunkanbieter verschwinden würde. Analysten erwarten künftig weitere Übernahmen und Zusammenschlüsse auf dem US-Mobilfunkmarkt, der ein Volumen von 80 Milliarden Dollar hat. Die Transaktion soll Ende des Jahres unter Dach und Fach sein. Cingular verfügt schon jetzt über eines der modernsten digitalen Mobilfunknetze des Landes und will seine Angebote weiter ausbauen. Die Cingular-Besitzer SBC und Bell South versprechen sich durch die Übernahme Einsparungen von einer Milliarde Dollar im Jahr 2006 und mehr als zwei Milliarden Dollar ab 2007.

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