Wirtschaft : Completel bietet Telekommunikationsdienste für Geschäftskunden

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Das Telekommunikationsunternehmen Completel hat am Montag in Berlin sein viertes Glasfaser-Stadtnetz in Betrieb genommen. Completel will Geschäftskunden in Berlin Sprach-, Daten und Internet-Dienste anbieten und direkt über Glasfaserleitungen ans eigene Netz anschließen. Als Kunden hat Completel Unternehmen mit einer monatlichen Telefonrechnung ab 3500 Mark im Visier. Dabei ist sich der Stadtnetzbetreiber bewusst, ein Spätstarter zu sein. Arcor, Berlikomm und Colt werben unter anderen ebenfalls um die lukrativen Geschäftskunden in der Hauptstadt. "Wir füllen die Lücken, wo heute noch kein Netz ist", sagt Managing Director Werner Grum.

Langfristig soll ein berlinweites Netz entstehen, "ohne Milliarden im Berliner Boden vergraben zu haben", sagt der General Manager für die Region Nord-Ost, Gerd Menhorn. Completel kooperiert mit den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG) und nutzt streckenweise das Glasfasernetz in den U-Bahnschächten. Der erste Glasfaserring läuft durch die Bezirke Tiergarten, Neukölln und Kreuzberg. Die neue Niederlassung ist mit der Vermittlungstechnik auf das Gelände der ehemaligen Wurstfabrik Efha in der Gradestraße gezogen. Eigene Leitungen - zunächst etwa 50 Kilometer - baut Completel unter anderem beim Borsiggelände (Herlitz, Motorola) und vom Industriegebiet Gradestraße bis zur Allianz nach Treptow. Noch hat Completel null Kunden in Berlin, aber "gute Resonanz", sagt das Management.

Completel wurde 1998 in Denver (Colorado) gegründet, macht aber kein Geschäft in den USA. Der Hauptsitz der Gesellschaft ist in Paris, mit drei selbstständigen Tochtergesellschaften in Frankreich, Großbritannien und Deutschland. Die Completel GmbH sitzt in München. Dort wurde das erste deutsche Stadtnetz Ende November in Betrieb genommen. Es folgten Nürnberg, Essen und jetzt Berlin. Das Unternehmen hat bundesweit 115 Mitarbeiter, 150 sind geplant, davon 31 in Berlin. Für das Jahr 2000 ist in Deutschland ein Umsatz von 36 Millionen Mark anvisiert. In den Netzaufbau in Europa sind bereits 260 Millionen Dollar geflossen.

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