Wirtschaft : Constantin: Eichinger verlässt Vorstand

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Stühlerücken bei Constantin Film: Bernd Eichinger räumt seinen Chef-Sessel, um sich auf seine Produzententätigkeit zu konzentrieren, und EM.TV-Chef Thomas Haffa zieht sich als Aufsichtsratschef zurück. Neuer Sprecher des Vorstandes werde der bislang für Finanzen zuständige Daniel Wiest, Haffa folge Fred Kogel, stellvertretender Vorsitzender der Geschäftsführung der Kirch Media KG, nach. Dies teilte die Constantin Film AG am Montag in München mit. Die vier bisherigen Vorstandsmitglieder sollen Eichingers Aufgaben übernehmen, an den Besitzverhältnissen der bisherigen Großaktionäre ändert sich den Angaben zufolge nichts. "Als Produzent kann ich für die erfolgreiche Zukunft der Constantin Film am meisten beitragen", sagte Eichinger. Nur bei selbst produzierten Filme habe das Unternehmen die Chance, Qualität und Kosten kontrollieren zu können. Außerdem seien die Margen bei der Vermarktung von Eigenproduktionen im Schnitt deutlich höher als bei eingekauften Fremdproduktionen.

Im vergangenen Jahr erzielte die Constantin hohe Zuwachsraten bei Umsatz und Ergebnis und schrieb nach einem Verlust im Vorjahr erstmals schwarze Zahlen. In den vergangenen Monaten war darüber spekuliert worden, der angeschlagene EM.TV-Konzern könne seine Beteiligung an Constantin verkaufen. Die drei Großaktionäre EM.TV, Kirch-Gruppe und Eichinger erklärten nun, die Aktionärsstruktur werde unverändert bleiben. Derzeit gebe es keine Überlegungen, Anteile zu verkaufen. An der Constantin Film AG halten Eichinger derzeit 25,2 Prozent, EM.TV 16,5 und die KirchGruppe 21,3 Prozent. Haffa habe sein Mandat als Aufsichtsratschef auf eigenen Wunsch niedergelegt, hieß es. "Mein Hauptaugenmerk konzentriert sich darauf, zusammen mit meinem Team die EM.TV wieder auf Kurs zu bringen."

Die Erlöse stiegen nach Auskunft von Finanzvorstand Wiest im vergangenen Jahr um 85 Prozent auf knapp 120 Millionen Euro (235 Millionen Mark). Das Ergebnis vor Steuern und Zinsen (Ebit) habe sich nach einem Verlust in Höhe von 4,8 Millionen Euro im Jahr 1999 auf 6,6 Millionen Euro verbessert. Damit habe man die die eigenen Planzahlen übertroffen. Der Jahresüberschuss liege 2000 bei 9,7 Millionen Euro. Im laufenden Geschäftsjahr rechnet die Constantin Film - wie bereits früher prognostiziert - mit einem weiteren Umsatzanstieg auf 143 Millionen Euro und einem Ebit von 14 Millionen Euro.

Mit über 19 Millionen Besuchern im vergangenen Jahr sieht sich der Konzern als Marktführer unter den Verleihern auf dem deutschen Kinomarkt. Lediglich UIP, die Verleihgemeinschaft der vier US-Studios Paramount, Universal, MGM und Dreamworks, habe zusammengerechnet mehr Besucher in die Kinos gelockt.

Die Börse reagierte zunächst zurückhaltend auf die Veränderungen im Vorstand der Constantin Film: Bis zum Nachmittag rutschte die Aktie leicht um 0,3 Prozent ins Minus.

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