Wirtschaft : Conti-Tech: Mehrere Angebote

Der Reifenkonzern und Automobilzulieferer Continental AG will seine zum Verkauf stehende Sparte Conti-Tech nur im Ganzen veräußern. Die Chancen hierfür stünden gut, es gebe mehrere Interessenten aus dem In- und Ausland, sagte Conti-Vorstandsmitglied und Conti-Tech-Chef Manfred Wennemer. "Angebote für einzelne Bereiche haben wir nicht weiterverfolgt und wollen wir auch nicht weiterverfolgen." Einen konkreten Zeitplan für den Conti-Tech-Verkauf nannte er nicht. "Wir werden Conti-Tech auch nicht unter Wert abgeben". Wennemer präsentierte Conti-Tech als eine der profitabelsten Konzernsparten, die im Geschäftsjahr 2000 erstmals in allen Bereichen ein positives Ergebnis erwirtschaftete. Das operative Ergebnis (Ebit) stieg um 6,8 Prozent auf 139 Millionen Euro. Der Umsatz legte um 4,2 Prozent auf 1,79 Milliarden Euro zu. Dagegen hatte der Conti-Konzern wegen eines schwierigen Reifengeschäftes und Einmalbelastungen im Händlerbereich einen Ebit-Rückgang um 15,5 Prozent auf 432 Millionen Euro gemeldet.

Für 2001 erwartet Conti-Tech erneut ein Wachstum von zwei bis drei Prozent und nach Möglichkeit erneut ein besseres Ergebnis. Wennemer nannte Conti-Tech "ein Juwel", von dem sich der Konzern im Zuge der Neuausrichtung zum Systemanbieter für komplette Fahrwerksysteme aber zu Recht trenne, weil diese Holding nicht mehr zum Kerngeschäft gehöre. "Bereiche, die nicht mehr zum Kerngeschäft gehören, geraten mittelfristig ins Hintertreffen."

Der geplante Verkauf von sechs der acht Conti-Tech-Bereiche mit einer breiten Palette von Schlauchleitungen über Folien bis hin zu Transportbändern und Schuhsohlen war im Februar dem Aufsichtsrat mitgeteilt worden. Im Konzern bleiben Vibration Control (Schwingungstechnik, Geräuschkompensation) und Luftfedern. Conti trennt sich damit von 13 000 der 15 800 Conti-Tech-Beschäftigten, rund 1,5 Milliarden Euro Umsatz und einem Ebit-Anteil von 120 Millionen Euro. Im Gegenzug sind seit längerem weitere Zukäufe für die Sparte Automotive Systems geplant.

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