Wirtschaft : Dachfonds: Anlage in mindestens fünf Fonds

Dachfonds sind Investmentfonds, die selbst nicht direkt in Aktien und Rentenpapiere, sondern nur in andere Fonds investieren. Das Geld wird dadurch doppelt gestreut, das Risiko gegenüber dem Kauf eines einzelnen Fonds vermindert. Investiert ein durchschnittlicher Fonds beispielsweise in 50 verschiedene Aktien- oder Rentenwerte, so sind es bei einem Dachfonds indirekt mehrere hundert Papiere. "Dachfonds sind somit eine Art Vermögensverwaltung für Kleinanleger", sagt Frank Bock vom Bundesverband deutscher Investmentgesellschaften (BVI). In den USA sind Dachfonds schon seit längerer Zeit äußerst beliebt, in Deutschland dagegen waren sie lange Zeit verboten. Denn in den 70er Jahren verloren Millionen Anleger durch den Dachfonds der Investor Overseas Services (IOS) ihr Geld. Erst das dritte Finanzmarkt-Förderungsgesetz von 1998 ließ die Fonds auch hier wieder zu - mit Einschränkungen: Dachfonds dürfen nicht in andere Dachfonds investieren. Außerdem darf der Fondsmanager maximal 20 Prozent des Kapitals in ein Produkt stecken, er muss also mindestens in fünf verschiedene Fonds investieren. Dabei darf ein Dachfonds nicht mehr als zehn Prozent des Kapitals eines "normalen" Fonds halten. Alle Fonds müssen in Deutschland zugelassen sein. Je nach Risikoprofil und Dachfonds können das Aktien-, Renten, Geldmarkt- oder Immobilienfonds in unterschiedlicher Gewichtung sein.

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