Wirtschaft : Daimler baut um

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Von Corinna Visser

Lang erwartet, nun beschlossen: Daimler Chrysler baut seinen Vorstand um. Die Führungsriege wird jünger und um zwei Mitglieder kleiner. Das neue Führungsteam zeigt aber noch etwas ganz anderes: Die Handschrift von Konzernchef Jürgen Schrempp. Und: Daimler-Chrysler ist noch ein wenig deutscher geworden. Nur noch ein Amerikaner darf künftig auf einem Vorstandssessel des Autobauers Platz nehmen, der einmal der erste richtige deutsch-amerikanische Weltkonzern sein wollte.

Die wichtigen Personen der Zukunft: Dieter Zetsche, den Jürgen Schrempp nach Detroit entsandt hat, um die US-Tochter Chrysler auf Kurs zu bringen. Eckhard Cordes, auch ein Mann Schrempps, bleibt Nutzfahrzeugchef.

Neu in das Gremium – zunächst als stellvertretendes Mitglied – rückt Finanzexperte Bodo Uebber auf. Schrempp hat den jungen Manager schon länger als potenzielle Spitzenkraft gefördert. Uebber verantwortet künftig den Bereich Dienstleistungen. Und der wird für ein Unternehmen wie Daimler-Chrysler immer wichtiger. Uebber wird sogar als möglicher Nachfolger von Finanzvorstand Manfred Gentz gehandelt, dessen Vertrag erst einmal um ein Jahr verlängert wurde.

Nicht mehr besetzt wird der Vorstandsposten Industriebeteiligungen. Ein Hinweis darauf, dass der Konzern sich noch stärker auf sein Kerngeschäft konzentrieren will und von der Beteiligung am Luft- und Raumfahrtkonzern EADS trennen könnte.

Auf die spannende Frage, was einzelne Vorstandsmitglieder verdienen, werden die Aktionäre allerdings auch in diesem Jahr keine Antwort erhalten. Die Zeiten des blinden Amerikanismus sind selbst für Jürgen Schrempp vorbei.

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