Wirtschaft : Daimler Benz Aerospace vertritt beide Kontrahenten

BERLIN (du).Beim Wettbewerb um das künftige Transportflugzeug für die Bundeswehr und die Luftwaffen sechs weiterer europäischer Staaten vertritt Daimler Benz Aerospace jetzt beide Kontrahenten.Über das Airbuskonsortium ist Daimler an der Projektgruppe für das Future Large Aircraft (FLA) beteiligt ist.Jetzt soll das Unternehmen auch als deutscher Teamführer die Bewerbung des ukrainisch-russischen Konsortiums um den Flugzeughersteller Antonov untersuchen.Dessen viermotoriger An-70 gibt auf der Luft- und Raumfahrtausstellung ILA sein internationales Debüt.

Ein westlicher Hauptauftragnehmer ist eine der Voraussetzungen für die Beschaffung des künftigen Transporters, für den neben der Bundesrepublik auch Belgien, Frankreich, Großbritannien, Italien, Spanien und die Türkei Bedarf haben.Das Volumen der Aufträge würde nach jetzigem Stand insgesamt 288 Maschinen umfassen.Auf die Bundeswehr entfällt dabei mit 75 Flugzeugen der größte Anteil.Während sich die übrigen Länder auf das FLA-Projekt unter Federführung der Airbus Industries konzentrieren, hat Bundesverteidigungsminister Volker Rühe vor dem Hintergrund der Nato-Osterweiterung die Alternative der Kooperation mit Rußland und der Ukraine ins Gespräch gebracht.

Hier könnte es zu einem deutschen Alleingang kommen, nachdem das Airbus FLA-Konsortium anläßlich eines Fachtreffens auf der ILA die Gespräche über eine mögliche Partnerschaft mit Antonov aufgekündigt hat.Die FLA habe verstanden, daß verschiedene Länder in unterschiedlichem Grad Interesse an einem Gegenangebot haben, heißt es in einer Erklärung.Als Teamführer ist Daimler Aerospace im Gespräch.Die Dasa werde aktiver FLA-Partner bleiben, sich aber gleichzeitig die Möglichkeit offen halten, die Kooperation mit Rußland und der Ukraine zu untersuchen.Die Bundesregierung habe ein Interesse daran, daß die Kooperationsmöglichkeiten mit Antonov ausgelotet werden.

Sollte es zu einer Partnerschaft mit Antonov kommen, müßte die Dasa aus dem FLA-Konsortium aussteigen.Dort verweist man darauf, daß die Angebote an die einzelnen Länder bereits im Januar erfolgen müssen."Unsere Maschine fliegt, das FLA existiert nur auf dem Papier", sagte der Präsident des neugegründeten russisch-ukrainischen Anbieters "Mittleres Transportflugzeug", Petr V.Balabuev.Die An-70, die bis zu 47 Tonnen Fracht befördern kann, sei außerdem billiger und wirtschaftlicher.Die Serienproduktion der AN-70 soll im Jahr 2000 beginnen.Der Hersteller sieht einen weltweiten Markt für rund 1500 Maschinen, davon jeweils 300 in Europa und in der ehemaligen Sowjetunion.Das FLA ist demgegenüber für lediglich 32 Tonnen Nutzlast ausgelegt und soll erst ab 2004 ausgeliefert werden können.

Unterdessen hat der Hubschrauberhersteller Bell Textron den Verkauf des ersten Kipprotorflugzeugs Bel 609 an einen deutschen Kunden bekanntgegeben.Die Maschine geht an die Nürnberger Aero-Dienst GmbH, die ihn europaweit für Charterflüge einsetzen wird.

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