Wirtschaft : Daimler-Chrysler: Chrysler will offenbar Investitionen um mehrere Milliarden Dollar kürzen

Die Verluste schreibende Daimler-Chrysler-Tochter Chrysler will offenbar im Zuge ihres Sanierungsprogramms ihre Investitionen deutlich kürzen. Chrysler-Chef Dieter Zetsche sagte der "Financial Times Deutschland" (FTD): "Die Grundidee ist, das Ausgabenniveau deutlich zu senken, aber das heißt nicht, dass wir auf der Produktseite irgendwas Wesentliches verschieben." Bei Daimler-Chrysler hieß es, man habe immer gesagt, dass es bei der Umsetzung des Sanierungsprogramms für die US-Tochter Änderungen - auch bei den Investitionen - geben könne. Im Übrigen gelten nach den Worten eines Firmensprechers weiterhin die bisherigen Ergebnisprognosen für den Konzern wie für die Chrysler Group.

Nicht bestätigen wollte Daimler-Chrysler die in der FTD genannten Kürzungszahlen sowie Spekulationen des Blattes, bis zum Jahresende könnte ein weiteres Sparprogramm nötig werden. Die Zeitung hatte nach einem Gespräch mit Zetsche berichtet, das Unternehmen wolle in den kommenden fünf Jahren seine Ausgaben um fast 40 Prozent auf 30 Milliarden Dollar (rund 68,4 Milliarden Mark) zurückfahren. So solle das jährliche Investitionsbudget von 9,5 Milliarden Dollar auf sechs Milliarden Dollar schrumpfen, die Ausgaben für Produktentwicklung, Fabrikausrüstung und Werkzeugbau sollen drastisch sinken.

Die FTD schrieb unter Berufung auf Zetsche, Chrysler könne es sich nicht weiter leisten, zehn Prozent seines Umsatzes für Investitionen auszugeben, während die Konkurrenz dafür nur Sätze von fünf bis sechs Prozent aufwende. "Wir werden jede Ausgabe zweimal prüfen, ob sie wirklich sinnvoll ist", sagte Zetsche. Wenn nicht, werde das Geld nicht ausgegeben.

Enttäuscht äußerte sich Zetsche über die Chrysler-Umsatzzahlen für April und Mai. Zudem habe Zetsche laut "Financial Times Deutschland" eingestanden, dass es etwas länger als bislang geplant dauern könne, bis Chrysler das ausgegebene Ziel von 14 Prozent Marktanteil in den Vereinigten Staaten erreichen werde.

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