Wirtschaft : Daimler-Chrysler: Rolf Eckrodt nimmt Mitsubishi an die Leine

Der Daimler-Chrysler-Manager Rolf Eckrodt wird CEO und Präsident der japanischen Konzerntochter Mitsubishi Motors. Der 59-jährige löst am 25. Juni den Japaner Takashi Sonobe ab, wie Mitsubishi am Mittwoch in Tokio bekannt gab. Bislang war Eckrodt die Nummer Zwei in der Mitsubishi-Führung.

Die Berufung von Eckrodt bedeute nicht, dass Daimler-Chrysler seine Option zur vollständigen Übernahme von Mitsubishi Motors demnächst ausüben werde, betonte der deutsch-amerikanische Konzern. "Wir sind nicht unter Zeitdruck. Mitsubishi muss erst in Ordnung gebracht werden", sagte Kommunikationschef Hartmut Schick in Stuttgart. Eckrodts Beförderung sei ein Vorschlag der Japaner gewesen. Auch an der Bilanzierung der Beteiligung ändere sich nichts.

Eckrodt leitete vor seinem Job in Japan die inzwischen verkaufte Bahntechniktochter Adtranz. Er war im Januar vergangenen Jahres von Daimler-Chrysler als Chief Operating Officer (COO) für das Pkw-Geschäft nach Japan entsandt worden. Daimler-Chrysler ist mit 37,3 Prozent an der Mitsubishi Motors Corporation (MCC) beteiligt. Mit dem Management-Wechsel solle die Umstrukturierung des japanischen Unternehmens beschleunigt werden. "Rolf Eckrodt ist die richtige Person zur richtigen Zeit, Mitsubishi Motors erfolgreich durch die nächsten Jahre zu führen", sagte Sonobe, der den Posten des Chairman übernimmt.

Er kämpfe für den Erfolg von Mitsubishi Motors, versprach Eckrodt auf einer gemeinsamen Pressekonferenz in Tokio. Es gelte, das Unternehmen als solches zu ändern. Eckrodt ist der zweite Ausländer, der die Führung eines japanischen Autokonzerns übernimmt. Vor ihm hatte Carlos Ghosn vom französischen Konzern Renault ebenfalls nach kurzer Zeit als COO bei Nissan die Führung übernommen und den Autobauer auf die Gewinnspur zurückgelenkt. Auch Eckrodt hat dem hoch verschuldeten Mitsubishi-Konzern ein umfangreiches Sanierungsprogramm verordnet und kann dabei bereits erste Erfolge vorweisen.

So soll Mitsubishi Motors in dem noch bis zum 31. März laufenden Geschäftsjahr 2001/2002 ein ausgeglichenes Ergebnis erwirtschaften. Ein Jahr zuvor hatte der von einem Vertuschungsskandal schwer erschütterte Konzern noch rote Zahlen geschrieben.

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