Daimler unter Diesel-Verdacht : Aussage gegen Aussage

Die Deutsche Umwelthilfe verklagt Daimler wegen des Verdachts der Verbrauchertäuschung. Doch wer hat eigentlich die Aufsicht?

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Wehrt sich. Daimler-Chef Dieter Zetsche weist den Vorwurf, der Hersteller manipuliere seine Motoren, scharf zurück.
Wehrt sich. Daimler-Chef Dieter Zetsche weist den Vorwurf, der Hersteller manipuliere seine Motoren, scharf zurück.Foto: imago/Stefan Zeitz

Eines muss man der Umwelthilfe zugestehen: Der Verein lässt nicht locker bei dem Bemühen, die Autobauer der Trickserei zu überführen. Nach etlichen Versuchen, nach dem VW-Skandal auch bei anderen Herstellern den Nachweis von Diesel-Manipulation zu erbringen, geht die DUH den juristischen Weg. Daimler wird verklagt. Schon seit Jahren prangert die Umwelthilfe mit gutem Recht an, dass bei Schadstoff-Emissionen zwischen den Angaben der Hersteller und der Realität eine große Lücke klafft. Doch bei Daimler steht Aussage gegen Aussage. Die DUH glaubt, dass der Konzern mit Abschalteinrichtungen Dieselabgase in unzulässiger Höhe in die Luft bläst. Daimler argumentiert, dies sei in bestimmten Phasen des Fahrbetriebs zulässig, also keine Manipulation. Was stimmt? Andere Untersuchungen nähren den Verdacht, dass es bei Daimler einen besonders großen Aufklärungsbedarf gibt. Doch nicht die DUH hat hier die Aufsicht, sondern das Kraftfahrt-Bundesamt und der Bundesverkehrsminister. Beide sollten endlich – sechs Monate nach der VW-Enthüllung – die Ergebnisse ihrer amtlichen Recherchen bei anderen Herstellern veröffentlichen.

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