Wirtschaft : Darlehen: Kreditnehmer profitieren

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Im November 2000 hat der Bundesgerichtshof (BGH) mit einem Urteil die bislang gültige Rechtsauffassung zur Berechnung der Vorfälligkeitsentschädigung bei frühzeitigem Ausstieg aus Kreditverträgen zugunsten der Verbraucher neu geregelt.

Drei Jahre zuvor hatte der BGH die Banken noch dazu verpflichtet, die Vorfälligkeitsentschädigung auf Grundlage der Renditen öffentlicher Anleihen zu ermitteln. Im neuen Urteil heißt es nun, dass den Kreditinstituten eine Ersatzanlage in ähnlich sicheren Hypothekenpfandbriefen zugemutet werden kann (BGH XI ZR 27/00). Für die Darlehensnehmer bedeutet dies meist eine Verbesserung, da die Renditen der Pfandbriefe in der Regel über den Renditen öffentlicher Anleihen liegen. Dadurch fällt der rechnerische Schaden für die Bank und damit auch die Vorfälligkeitsentschädigung geringer aus. Deshalb seien die von den Banken auf Grundlage des 1997er Urteils geforderten Entschädigungen in der Regel zu hoch, meldet das Magazin FINANZtest in seiner September-Ausgabe.

In Zusammenarbeit mit den Verbraucherzentralen Bremen und Hamburg hat FINANZtest 600 Bankabrechnungen überprüft. In 70 Prozent der nachgerechneten Fälle fielen die von den Banken geforderten Vorfälligkeitsentschädigungen um mindestens 5 Prozent zu hoch aus. Daraus ergab sich für die Kunden im Schnitt ein Erstattungsanspruch von 3550 Mark. In 15 Prozent aller Fälle kassierten die Banken sogar mindestens 50 Prozent zuviel. Übervorteilte Bankkunden können zu hohe Forderungen rückwirkend von den Geldhäusern zurück verlangen. Die Verjährungsfrist beträgt 30 Jahre. Die Verbraucherzentralen in Hamburg, Bremen oder Baden-Württemberg überprüfen die von Kreditinstituten geforderten Vorfälligkeitsentschädigungen und erstellen Berechnungsnachweise zur Vorlage bei der Bank. Die Bearbeitung kostet pro Hypothekenkredit 100 Mark. Sämtliche Adressen der

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