Wirtschaft : Das Abgabenlabor

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Die Idee, den Naturverbrauch zu verteuern, um die Umwelt zu schützen, lässt sich auch global umsetzen. In diesem Frühjahr hat der Wissenschaftliche Beirat Globale Umweltveränderung (WBGU) ein System von Nutzungsentgelten vorgeschlagen. Anstatt die Luft für den Flugverkehr oder die Meere für den Schiffsverkehr kostenlos zur Verfügung zu stellen, sollten dafür Gebühren erhoben werden, empfahlen die Wissenschaftler.

Damit könnten zwei Ziele erreicht werden: Zum einen sollen knappe Naturgüter einen Preis bekommen, um ihre Verschwendung zu stoppen. Denn so lange die Umwelt keinen ökonomischen Wert hat, gibt es auch keinen wirtschaftlichen Grund, sie zu schützen. Zum anderen sollen Einnahmen erzielt werden, um vor allem den Entwicklungsländern, die am meisten unter der globalen Klimaerwärmung zu leiden haben, bei der Anpassung an die neuen Bedingungen zu helfen, also beispielsweise Dammbauten in Bangladesch zu finanzieren.

Der WBGU hat darüber hinaus vorgeschlagen, Entwicklungsländer für den „entgangenen Gewinn“ aus der Ausbeutung eines Naturgutes zu entschädigen, wenn sie darauf verzichten. Industrieländer sollen also Gebühren dafür bezahlen, dass Entwicklungsländer zum Beispiel für das Weltklima wichtige tropische Regenwälder nicht abholzen.

Das Prinzip ist also immer das gleiche: Umweltschädliches Verhalten soll sich auch im Preis für ein Produkt ausdrücken. In Großbritannien wird deshalb derzeit über eine Steuer auf Plastiktüten in Supermärkten diskutiert, wie sie Irland in diesem Jahr bereits eingeführt hat. Die irische Steuer – zehn Pence pro Tüte – ist erst im Mai 2002 eingeführt worden, hat aber bereits nach einem halben Jahr den Verbrauch der Tüten um rund eine Milliarde gesenkt. Gleichzeitig wurden 3,5 Millionen Euro damit eingenommen. Der irische Umweltminister, Martin Cullen, sagt: „Die Umwelt gewinnt.“ deh

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