Wirtschaft : Das Erbe von 40 Jahren DDR-Staatswirtschaft

Vermögen in Ost- und Westdeutschland sehr ungleich verteilt BERLIN (kö).Im wiedervereinigten Deutschland gibt es eine Angleichung der Löhne und Gehälter, aber wie sieht es mit dem Vermögen aus? Die Unterschiede zwischen West- und Ostdeutschland sind hier sehr deutlich.In der Staatswirtschaft der DDR gab es über Jahrzehnte nur eingeschränkte Möglichkeiten zur Vermögenbildung privater Haushalte.Laut einer gestern veröffentlichten Bestandaufnahme der Eigentums- und Vermögensstrukturen in Ostdeutschland vom Institut für Wirtschaftsforschung in Halle (IWH), befanden sich 1996 zwar rund 80 Prozent aller Betriebe in Ostdeutschland in Händen von Ostdeutschen.Aber nur knapp die Hälfte der Beschäftigten ist in Betrieben ostdeutscher Eigentümer tätig und auf den Umsatz bezogen, betragen die Anteile ost- und westdeutsche Eigentümer jeweils 34 Prozent.Für die ausländischen Eigentümer ergibt sich ein Anteil von 3 Prozent. Mit mehr als vier Fünfteln der Betriebe und 50 bis 75 Prozent der Arbeitsplätze sind die Land- und Forstwirtschaft, das Verbrauchsgütergewerbe, das Baugewerbe, Gaststätten/Heime/Wäschereien sowie das Gesundheitsgewerbe Domäne der Ostdeutschen.Die westdeutschen Eigentümer sind mit einem Fünftel der Betriebe zwischen einem Drittel und der Hälfte der Beschäftigten besonders in den Bereichen Bergbau, Energie- und Wasserversorgung, Grundstoffverarbeitung, Investitionsgüterherstellung, Handel sowie Kredit- und Versicherungsgewerbe präsent.Die Betriebe in ostdeutschem Eigentum sind überwiegend klein oder mittelgroß.Rund 93 Prozent der Betriebe des Produzierenden Gewerbes in ostdeutschem Eigentum gehören zur Größengruppe mit bis zu 100 Beschäftigten, 43 Prozent haben sogar weniger als 20 Beschäftigte und nur 7 Prozent 100 und mehr.Bei den Betrieben in westdeutschem oder ausländischem Eigentum ist dagegen die Betriebsgröße von 100 und mehr Beschäftigten mit etwa einem Drittel der Betriebe deutlich stärker und die Gruppe mit weniger als 100 Beschäftigten im Umfang von etwas zwei Dritteln deutlich geringer besetzt. Das durchschnittliche Geschäftsvolumen der westdeutschen und ausländischen Investoren pro Betrieb ist knapp sieben mal so groß wie das der ostdeutschen Investoren.Beim Stammkapital ist das Übergewicht der westdeutschen und ausländischen Eigentümer infolge des Aufbaus moderner Produktionsstätten mit kapitalintensiven Arbeitsplätzen ebenfalls spürbar.Laut IWH-Bericht sind höchstens 29 Prozent des Stammkapitals ostdeutscher Unternehmen in Händen ostdeutscher Besitzer, 44 Prozent gehören westdeutschen und etwa sieben Prozent ausländischen Eigentümern. Vierzig Jahre unterschiedlicher Entwicklung in den beiden Wirtschafts- und Gesellschaftssystemen zeigen sich besonders deutlich in der geringen Zahl der ostdeutschen Haushalte, die Grundvermögen besitzen.In den neuen Bundesländern besitzt nur rund jeder vierte Haushalt Grundvermögen, in Westdeutschland trifft dies auf gut jeden zweiten Haushalt zu.Gemessen am Wert des Grundvermögens, kamen 1993 auf einen Bevölkerungsanteil der neuen Bundesländer von 19 Prozent erst gut 6 Prozent des gesamten Bestandes.Für jeden dritten ostdeutschen Haushalt, der 1993 über Grundvermögen verfügte, betrug der Verkehrswert bis zu 100 000 DM.In Westdeutschland konnten gut 16 Prozent der Haushalte auf ein Grundvermögen mit einem Verkehrswert über 420 000 DM verweisen. Gemessen am Durchschnitt der westdeutschen Haushalte entsprach das Geldvermögen eines ostdeutschen Haushaltes Ende 1993 gut einem Drittel.Nur knapp zwei Prozent der Haushalte verfügten über mehr als 100 000 DM.Sie vereinen aber gut 30 Prozent des gesamten Geldvermögens auf sich.Mit steigendem Einkommen steigt sowohl der Anteil der Haushalte mit Geldvermögen als auch dessen Höhe.Der Abstand der Geldvermögen der privaten Haushalte zwischen Ost-, und Westdeutschland nimmt mit höherem Haushaltseinkommen zu.

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