Wirtschaft : Das Fernweh läßt nach

MÜNCHEN/FRANKFURT (MAIN) .Mehr als ein Drittel der Deutschen verreist in diesem Sommer einer Forsa-Umfrage zufolge nicht.Für knapp zwei Drittel ist mindestens ein Urlaub fest geplant.Bei Familien hat die Reisefreude zwischen 1995 und 1997 weitaus stärker abgenommen als bei Urlaubern ohne Kinder, bilanziert die Reiseanalyse 1997 nach einem Bericht der Hamburger Tourismus-Fachzeitschrift "FVW International".

Wie die Forsa-Umfrage im Auftrag des Münchner Fernsehsenders Pro Sieben darüber hinaus ergab, bevorzugen mit 60,4 Prozent die meisten den im voraus geplanten Individualurlaub.23,6 Prozent buchen eine Pauschalreise und nur 12,9 Prozent wählen den Last-Minute-Urlaub.Im Urlaub wird der Umfrage zufolge kaum auf die Mark geschaut.Nur 18,5 Prozent der deutschen Urlauber wollen in diesem Jahr etwas mehr auf ihre Ausgaben in den Ferien achten.Befragt wurden insgeamt knapp 1000 Menschen, bei einer Frage waren es rund 1500.

Die Reiseanalyse gilt als eines der zuverlässigsten Barometer für das Reiseverhalten der Deutschen.Für diese repräsentative Umfrage wurden im Januar dieses Jahres nach Angaben der "FVW" 7880 Personen befragt.Während der gesamte Urlaubsreisemarkt von 1995 bis 1997 um vier Prozent schrumpfte, ging die Zahl der Reisen von Eltern mit Kindern unter 14 Jahren dem Bericht zufolge um 1,2 Mill.und damit um neun Prozent auf 12,8 Mill.Reisen zurück.Dafür gaben die Familien insgesamt mehr als zwölf Mill.DM aus.

Nur etwa jede fünfte aller Reisen wurde dem Bericht zufolge im vergangenen Jahr von Familien unternommen.Trotzdem waren Eltern mit Kindern 1997 häufiger unterwegs als 1993.Damals entfielen 11,3 Mill.Reisen auf diese Zielgruppe.

In den vergangenen zwölf Jahren hat sich die Beliebtheit der Urlaubsgebiete von Familien deutlich verschoben.Verbrachten Reisende mit Kindern im Jahr 1985 (nur alte Bundesländer) 37,4 Prozent aller Haupturlaubsreisen in Deutschland, waren dies im vergangenen Jahr noch 29,8 Prozent.Deutlich stieg in der Zeit der Marktanteil von Ländern außerhalb Europas, nämlich von 2,2 Prozent auf elf Prozent.Das Lieblingsziel deutscher Urlauber Spanien legte von 9,7 auf 13,7 Prozent zu.Dagegen büßten sämtliche deutsche Reiseregionen sowie die Länder Italien, Österreich und Frankreich Anteile ein.

Während im vergangenen Jahr insgesamt jede zweite Reise mit dem Auto gemacht wurde, stiegen Eltern mit Kindern für 61 Prozent aller Reisen in den Wagen.Nur 2,4 Mill.der insgesamt 12,8 Mill.Familienreisen waren Zweit- oder Dritturlaube.

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