Wirtschaft : Das große Räumen bei RWE

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Von Dieter Fockenbrock

Jetzt auch noch die Stromversorger? Gerade stellte sich Erleichterung ein, die deutsche Industrie könnte das Schlimmste hinter sich haben, da zeichnen sich Hiobsbotschaften aus der vermeintlich so krisenfesten Energiewirtschaft ab. RWE, so die neueste Spekulation, will 10 000 Stellen streichen. Waren die Essener und mit ihnen der schärfste Konkurrent aus Düsseldorf, Eon, nicht gerade mit prall gefüllten Kassen weltweit auf Einkaufstour? Und jetzt geht’s an die Arbeitsplätze in Deutschland?

Es gibt tatsächlich einen Zusammenhang zwischen dem Expansionsdrang der Energiekonzerne und ihren Kostenproblemen. Allein RWE hat 30 Milliarden Euro für neue Beteiligungen ausgegeben. Das muss sich erst einmal rentieren. Hinzu kommt aber: Während sich die RWESpitze im Ausland tummelte, hat sie ihre Hausaufgaben im Inland schleifen lassen. Warum das Bauunternehmen Hochtief oder die Heidelberger Druckmaschinen AG noch zum Konzern gehören, ist niemandem klarzumachen. Und dem teuren Ausflug ins Müllgeschäft folgte in kurzem Abstand das nächste Abenteuer. Das Wassergeschäft wurde zur zweiten Säule neben dem Strom erklärt – mit internationalem Anspruch, versteht sich. Zu viel für ein Unternehmen, das bis vor kurzem von Beamten (mit-) regiert wurde, weil Städte und Gemeinden die meisten Aktien kontrollierten. Und noch etwas spricht für einen Plan zur radikalen Kostensenkung: Konzernchef Dietmar Kuhnt übergibt die Geschäfte im März an seinen Nachfolger Harry Roels. Eine ideale Gelegenheit für unbeliebte Maßnahmen.

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