Wirtschaft : Das richtige Rezept gegen die Rezession

JOBST-HINRICH WISKOW

Nichts ist Routine, wenn die Finanzminister und Notenbankchefs dieser Welt jetzt in Washington zusammenkommen - außer dem traditionellen Termin in der ersten Oktoberwoche.Rund um den Globus reden die Menschen von der Rezession, in die die Volkswirtschaften nun gerieten.Die "größte Herausforderung der Welt seit einem halben Jahrhundert" stehe nun an, hat US-Präsident Bill Clinton gesagt.

Doch niemand weiß, wie krank die Weltwirtschaft tatsächlich ist.Reicht schon ein Zinssignal aus den Vereinigten Staaten, damit sie wieder gesund wird? Wenn ein niedrigerer Zins den Aufschwung in den USA festigt, könnte er zugleich als Konjunkturmotor für die Weltwirtschaft dienen.Genauso indes könnte der fallende Zins andere Staaten dazu zwingen, ihren Zins ebenfalls zu senken.Das wäre der allseits befürchtete Abwertungswettlauf: Eine Zentralbank nach der anderen verbilligt den Kurs ihrer Währung über einen niedrigeren Zins, um so die Wettbewerbsfähigkeit ihrer Exportwirtschaft zu verbessern.Es mag naiv klingen, aber noch wirken sich die Krisen in Japan und den Schwellenländern nur regional aus.Deswegen wäre es auch gefährlich, wenn die Industriestaaten oder der Währungsfonds oder die Weltbank nun ein Aktionsprogramm auflegen würden.

Es steht zu befürchten, daß sie das Gerede von einer so bezeichneten Ordnung des Weltfinanzsystems aufnehmen würden: Kapital soll kontrolliert, das Versagen von Staaten und Banken vom Rest der Welt subventioniert werden.Dabei haben sich die grundlegenden Trends des globalen Wachstums in den vergangenen Monaten nicht verändert: Freie Märkte sind das Rezept für wachsenden Wohlstand.Eine Reform, die mit Beschränkungen der Marktkräfte einherginge, würde Wohlstand vernichten.Dann wäre die befürchtete Weltwirtschaftskrise ganz schnell Wirklichkeit.

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