das-tut-man-nicht.de : Boni zahlen oder Jobs schaffen?

Unser Kooperationspartner "das-tut-man-nicht.de" lässt Experten Stellung nehmen zu ethischen und moralischen Konflikten. Heute antwortet Ex-BDI-Chef Michael Rogowski auf die Frage nach den versprochenen Boni für die Mitarbeiter.

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Michael Rogowski.Foto: Mike Wolff

FRAGE: Ich habe eine metallverarbeitende Firma mit 500 Mitarbeitern. In der Krise ging es uns wie vielen nicht gut, und die Mitarbeiter haben sich wirklich krumm gelegt und richtig mitgezogen. Damals habe ich allen versprochen, einen Bonus auszuzahlen, wenn es uns wieder besser geht. Nun sieht es für 2010 ganz gut aus. Ich würde den Bonus ja wirklich gern zahlen und mich so bedanken. Auf der anderen Seite könnte ich mit dem Geld zwei neue Dauerarbeitsplätze einrichten. Das ist für die Firma – und doch auch die Mitarbeiter - eigentlich noch besser. Aber tut man das, ein derartiges Versprechen zu brechen?

MICHAEL ROGOWSKI ANTWORTET: Versprechen bricht man nicht einfach. Als Mittelständler können Sie die Mitarbeiter befragen, ob sie auf den Bonus verzichten, wenn Sie zwei zusätzliche Arbeitsplätze schaffen. Es wäre natürlich schön, alle würden zustimmen. Vermutlich ist das aber nicht der Fall. Wer nicht verzichten will, muß - wie versprochen - den Bonus erhalten.

Michael Rogowski ist Vorsitzender des Gesellschaftsausschusses und des Aufsichtsrates der Voith AG in Heidenheim. Voith hat 43 000 Mitarbeiter weltweit und baut Papiermaschinen sowie Turbinen für die Wasserkraft und bietet technische Dienstleitungen an. Der promovierte Wirtschaftsingenieur hatte eine Vielzahl von Ehrenämtern inne und sich immer wieder öffentlich engagiert, so auch viele Jahre als Präsident des VDMA. Von 2001 bis 2004 war er Präsident der Bundesvereinigung der Deutschen Industrie (BDI).

Quelle: http://www.das-tut-man-nicht.de/index.php?id=68&tx_uoout_pi1[questionid]=88&back=59&pnr=

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