Wirtschaft : Dasa dementiert Produktion in Hamburg und Toulouse

Die Endmontage des geplanten europäischen Großraumflugzeuges Airbus A3XX soll nach Presseberichten zwischen den Airbus-Werken Toulouse und Hamburg aufgeteilt werden. Nach Angaben der französischen Wirtschaftszeitung "La Tribune" vom Montag wurde diese Lösung bereits Mitte Januar bei einem Gespräch von DaimlerChrysler-Chef Jürgen Schrempp mit dem französischen Premierminister Lionel Jospin ausgehandelt. Bislang war in Branchenkreisen von einer alleinigen Endmontage des größten Passagierflugzeuges der Welt im südfranzösischen Toulouse ausgegangen worden. Das Vorstandsmitglied der DaimlerChrysler Aerospace (Dasa), Gustav Humbert, sagte hingegen, die Standortentscheidung zum Bau des A3XX sei nach wie vor offen und werde erst Mitte des Jahres getroffen.

Nach Informationen von "La Tribune" soll der Zusammenbau der Einzelteile des Großraumjets in Toulouse erfolgen und in Hamburg dann der anschließende Innenausbau. Für die Flugtests sollen die Maschinen demnach nach Toulouse zurückgebracht werden. Ein Teil der fertigen Maschinen solle anschließend erneut nach Hamburg transportiert werden, um von dort an die Kunden geliefert zu werden. Dem Bericht zufolge hat die geplante Arbeitsteilung weitreichende finanzielle Auswirkungen: Die Überführung der halbfertigen Maschinen nach Hamburg erfordere einen frühzeitigen Kauf der Triebwerke, die etwa ein Viertel des Gesamtpreises ausmachten. Diese Summe müsse bis zur Zahlung des Kaufpreises durch die Kunden von Airbus zwischenfinanziert werden.

Der Riesen-Airbus soll dem Superjumbo 747 des US-Konzerns Boeing Konkurrenz machen. Nach bisherigen Plänen soll das zweistöckige europäische Großraumflugzeug in verschiedenen Versionen mit 555 bis 656 Sitzen angeboten werden. Spätere Versionen sollen mehr als 800 Passagieren Platz bieten. Nach Angaben von Humbert haben 20 Fluggesellschaften Interesse an dem A3XX angemeldet, vor allem aus Asien. Insgesamt rechne er mit einem Potenzial von 1200 Maschinen und 520 Milliarden Mark Umsatz. Humbert mahnte unterdessen die Hansestadt Hamburg, für die genehmigungsrechtlichen Auflagen zur Erweiterung des dortigen Airbus-Werkes zu sorgen.

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