Datenaffäre : Neue Vorwürfe gegen die Bahn

Die Spitzelaffäre bei der Deutschen Bahn weitet sich aus: Einem Medienbericht zufolge hat der Konzern nicht nur E-Mails, sondern auch Computer-Festplatten von Mitarbeitern heimlich durchforstet.

BerlinDie Deutsche Bahn AG kommt nicht zur Ruhe. Wie das Nachrichtenmagazin Der Spiegel berichtet, scannte das Unternehmen offenbar auch Computerlaufwerke von Mitarbeitern. Aussagen von Bahn-Beschäftigten zufolge soll es sich bei den durchsuchten Festplatten um sogenannte Gruppenlaufwerke handeln, auf denen Mitarbeiter ihre Computerdateien speichern konnten. Eine Sprecherin der Bahn wollte sich auf Anfrage der Nachrichtenagentur dpa nicht zu dem konkreten Vorwurf äußern und verwies auf die laufenden Ermittlungen zu diesem Komplex, die noch nicht abgeschlossen seien.

Die Dateien sollen dem Magazin zufolge nach vorher definierten Schlagworten durchsucht worden sein. Die Bahn selbst bestreite, dass Vorstände von den sogenannten Massendatenabgleichen Kenntnis gehabt hätten, geschweige denn, dass die Datenabgleiche von ihnen genehmigt oder beauftragt wurden. Dem Bericht zufolge hat der Konzern den E-Mail-Verkehr seiner Mitarbeiter auch daraufhin überprüft, ob sie Kontakte zu einem Mitarbeiter des Bundestagsabgeordneten und Verkehrsexperten Uwe Beckmeyer (SPD) unterhielten.

Datenschützer Dix: Vorstand beauftragte Detektei

Die Bahn war in der Datenaffäre in der vergangenen Woche weiter unter Druck geraten. Der Berliner Datenschutzbeauftragte Alexander Dix hatte dem Konzern laut Medienberichten Rechtsverstöße unterstellt. Den Vorwurf, der Vorstand habe Firmen beauftragt, gezielt mit rechtlich zweifelhaften Methoden Beweismaterial zu sammeln, hatte die Bahn gegenüber der Nachrichtenagentur dpa als Unterstellung bezeichnet.

Vor wenigen Tagen war zudem bekannt geworden, dass eine Bank in der Datenaffäre rechtliche Schritte gegen die Deutsche Bahn erwägt. Hintergrund ist die angebliche Ausspähung von Konten eines Kunden bei der Frankfurter Volksbank und der Sparda-Bank Hessen in den Jahren 1999 bis 2002. (rf/dpa)

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