Datenbank für Gifte im Gemüse : Einzelhandel will Kunden besser informieren

Der deutsche Einzelhandel will künftig alle Daten zu möglichen Pestizidrückständen bei Obst und Gemüse zentral sammeln. Ziel ist der Aufbau einer übergreifenden Datenbank, die helfen soll, die Einhaltung der zulässigen Höchstgrenzen besser zu überprüfen und Fehlentwicklungen beim Einsatz von Pestiziden schneller zu erkennen.

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In Kopfsalat und Rucola gibt es relativ häufig Rückstände von Pestiziden. Foto: ddpddp

Berlin „Wir wollen damit Transparenz schaffen und über Produkte, Handelswege, Herkunftsländer und Schadstoffbelastungen informieren“, sagte der stellvertretende HDE- Hauptgeschäftsführer Stephan Tromp.

Die großen Handelsunternehmen wie Edeka, Globus, Tengelmann oder Rewe würden schon seit Jahren eigene Prüfungen vornehmen, um bei ihrem Warensortiment auf der sicheren Seite zu sein. Erstmals würden diese Daten aber nun zentral zusammengeführt. Nach Einschätzung des Verbandes könnten die Konzerne damit künftig schneller reagieren. Ziel ist auch, mit den schon bestehenden Qualitätssicherungssystemen enger zusammenzuarbeiten.

Weltweit würden gegenwärtig mehrere hundert Wirkstoffe beim Anbau von Obst und Gemüse verwendet. Der HDE wies in dem Zusammenhang darauf hin, dass innerhalb der Europäischen Union gesetzliche Grenzwerte für Rückstände gelten.  Trotzdem hatten jüngste Tests der Umweltorganisation Greenpeace ergeben, dass insbesondere Kopf- und Rucolasalate hohe Rückstände von Pestiziden aufwiesen. Viele Sorten hätten sogar mehrere Pflanzenschutzmittel enthalten. Greenpeace fordert daher die Einführung eines Grenzwertes, der auch die Anzahl der verschiedenen Pestizide in einem Salat berücksichtigt.

Der Deutsche Bauernverband verwies hingegen darauf, dass Pflanzenschutzmittel bereits vor ihrer Zulassung geprüft werden, so dass sie bei normaler Anwendung weder für Menschen noch für die Umwelt schädlich seien. dpa

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