Wirtschaft : Degussa erwartet 2001 kein großes Wachstum

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Die Degussa AG rechnet im nächsten Jahr mit einer längeren Durststrecke. "In den kommenden zwei Quartalen wird es kein großes Wachstum geben", sagte der Vorstandsvorsitzende des Spezialchemieunternehmens, Utz-Hellmuth Felcht, am Montag zur Vorlage der Zahlen für die ersten neun Monate. Eine genauere Prognose für 2002 wollte der Vorstandschef aber nicht abgeben. Ebenso wie der Verband der chemischen Industrie (VCI) geht Felcht von einem Wachstum in Höhe von rund einem Prozent aus. Gerade im dritten Quartal (Juli bis September) machten sich die Folgen der Terroranschläge in den USA für Degussa bemerkbar. "Das Geschäft geht weltweit auf allen Arbeitsgebieten zurück", sagte Felcht. Der Umsatz verringerte sich um 23 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Auch die Gewinnsituation hat sich verschlechtert. Das Betriebsergebnis lag mit 143 Millionen Euro um acht Prozent unter dem Niveau von 2000, für das Gesamtjahr 2001 erwartet Felcht einen Rückgang von 20 bis 25 Prozent. Die letzten drei Monate des Jahres sollen dabei aber nicht negativ werden. Vor diesem Hintergrund kündigte der Vorstandschef weitere Sparmaßnahmen an. Dazu zählen vorgezogene Schließungen und Verlagerungen von Produktionsanlagen an unterschiedlichen Standorten, Kurzarbeit sowie Investitionskürzungen in Höhe von rund 300 Millionen Euro. Weiterhin sollen bis 2004 insgesamt 4000 Arbeitsplätze abgebaut werden. Auch die Umstrukturierung des Konzerns in Richtung Spezialchemie solle helfen. Von dem Nicht-Kerngeschäft des Unternehmens konnten bis heute bereits 73 Prozent veräußert werden. Das entspricht einem Umsatzanteil in Höhe von rund 4,75 Milliarden Euro. Die dafür erlösten 2,6 Milliarden Euro wurden zur Verringerung der Schulden eingesetzt, die auch durch den Kauf des britischen Spezialchemie-Anbieters Laporte entstanden. Felcht sagte, nur in der Konzentration auf die wertschöpfungsstarke und weniger zyklische Spezialchemie könne Degussa auf Dauer erfolgreich sein. Der Konzernchef wies darauf hin, dass das Marktwachstum dieses Bereichs im Durchschnitt bei fünf Prozent im Jahr liege, während in der sonstigen Chemie nur zwei bis drei Prozent erreicht würden. Das machte sich bereits in den ersten neun Monaten 2001 bemerkbar. Der Gesamtumsatz stagnierte in dieser Zeit bei 12,4 Milliarden Euro, dagegen konnten die Erlöse im Kerngeschäft um sechs Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum gesteigert werden. Auch die Gewinnsituation zeigt sich unterschiedlich. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebita) der ersten neun Monate verbesserte sich im Kerngeschäft um 16 Prozent (auf 756 Millionen Euro). Konzernweit stieg es jedoch nur um drei Prozent auf 929 Millionen Euro.

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