Wirtschaft : Degussa-Hüls schwach gestartet

FRANKFURT (MAIN) .Der drittgrößte deutsche Chemie- und Pharmakonzern Degussa-Hüls ist in sein erstes Geschäftsjahr schwach gestartet.Ein halbes Jahr nach der Fusion von Degussa und Hüls reduzierte sich der Konzernumsatz in der ersten Hälfte 1998/99 (30.September) um elf Prozent auf 5,8 Mrd.Euro (11,3 Mrd.DM).Das Ergebnis vor Steuern brach sogar um 38 Prozent auf 172 Mill.Euro ein, teilte die Frankfurter Degussa-Hüls AG am Montag mit.

Auch für den weiteren Verlauf des Jahres erwartet der Vorstand kaum Besserung.Das gute Ergebnis vor Steuern aus dem Vorjahr werde deutlich unterschritten, hieß es.Zwar hofft das Unternehmen im zweiten Halbjahr auf erste Spareffekte aus dem Zusammenschluß.Das Potential dafür soll für das gesamte Jahr bei rund 100 Mill.Euro liegen.Die von Experten prognostizierte leichte Belebung der Chemiekonjunktur zum Jahresende 1999 werde bei Degussa-Hüls aber keinen Niederschlag mehr finden.

Verantwortlich für die schwache Entwicklung seien vor allem die Wirtschaftskrisen in Asien, Rußland und Brasilien sowie die lahmende Chemiekonjunktur.Auch ohne den schwachen Edelmetallhandel verringerte sich der Konzernumsatz noch um neun Prozent auf 4,8 Mrd.Euro.Das Ergebnis vor Ertragsteuern wurde den Angaben zufolge mit 46 Mill.Euro für die Fusion belastet.Diese Kosten seien im zweiten Quartal des Geschäftsjahres ausgewiesen worden.Die Degussa-Hüls AG wies darauf hin, daß den aktuellen Zahlen pro-forma-Werte aus dem Vorjahr der fusionierten Unternehmen Degussa und Hüls gegenübergestellt wurden.Der Zusammenschluß der beiden Firmen unter dem Dach des Veba-Konzerns sei am 1.Februar 1999 rückwirkend zum 1.Oktober 1998 in das Handelsregister eingetragen worden.Den mit Abstand größten Umsatzeinbruch gab es mit 35 Prozent in Lateinamerika auf 175 Mill.Euro.In Asien ging das Geschäft um 24 Prozent zurück (402 Mill.Euro).Mit rund vier Prozent war das Minus in Deutschland (1,68 Mrd.Euro) noch vergleichsweise gering.Im europäischen Ausland mußte Degussa-Hüls dagegen ein Umsatzminus von etwa sieben Prozent auf 1,63 Mrd.Euro hinnehmen.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben