Wirtschaft : Der Aktientipp: Stoff für die Stifte

Volle Lager, gedrosselte Produktion, fehlende Rohstoffnachfrage - die Anbieter von Rohstoffen gehören zu den Ersten, die einen Konjunkturabschwung spüren. Paradebeispiel dafür ist Graphit Kropfmühl. Im vergangenen Jahr machte das Unternehmen aus Passau 64,2 Millionen Euro Umsatz: 39,8 Millionen Euro mit Graphiten, 24,4 Millionen Euro mit Silizium-Metallen: "Graphit wird als Rohstoff für den einfachen Bleistift ebenso sehr gebraucht wie für Bremsbeläge oder Batteriesysteme. Silizium ist für die Herstellung von Alufelgen und Silikonen unverzichtbar", erklärt Carsten Maser von der SM-Wirtschaftsberatung.

Weil die wichtigsten Abnehmer - Elektro- und Automobilindustrie - derzeit schwere Zeiten durchmachen, litt auch der Aktienkurs von Graphit Kropfmühl stark. "Außerdem hat die Ökosteuer die energieintensive Materialaufbereitung deutlich verteuert", sagt Maser. Das bayerische Unternehmen war gezwungen, in steuersparende Energienutzung zu investieren. Auch die Integration neuer Rohstoffquellen in Sri Lanka und China war kostenintensiv. "Daher sollte die Konsolidierungsphase auch 2002 noch andauern. Der Gewinn wird auf rund 45 Cent pro Aktie zurückgehen", schätzt Maser. Auf jeden Fall werde Graphit Kropfmühl aber profitabel bleiben. Sollte die prognostizierte Wirtschaftserholung kommen, dann sähe die Lage ab 2003 wieder rosig aus.

Maser ist sich sicher: "Die Projekte in Sri Lanka und China, deren Restrukturierung 2002 noch mit außerordentlichen Aufwendungen negativ zu Buche schlägt, werden dann positiv zum Ergebnis beitragen." Graphit ist ein Nischenmarkt - im Gegensatz zu anderen Rohstoffen bleiben die Umsätze klein. Für Maser ist das jedoch ein Kaufargument: "Graphit Kropfmühl ist der größte von weltweit nur vier Anbietern. Das Management unter Martin Ebeling hat den Konzern international glänzend aufgestellt. Langfristig hat die Aktie viel Potenzial."

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