Wirtschaft : Der Automobilbau stützt den Osten (Analyse)

Die ostdeutsche Autoindustrie hat sich mittlerweile zu einem Konjunkturmotor entwickelt, von dem ganze Regionen in den Neuen Bundesländern leben. Den Grundstein für ein Engagement von Autoherstellern und Autozulieferern in Ostdeutschland legten schon in den frühen neunziger Jahren die Adam Opel AG, Rüsselsheim, mit ihrem Werk im thüringischen Eisenach sowie die Volkswagen AG, Wolfsburg, mit ihrem Tochterunternehmen VW Sachsen GmbH in Zwickau und Chemnitz. Porsche ist der dritte Autohersteller, der sich in den neuen Bundesländern engagiert.

Volkswagen Sachsen ist mit 3,5 Milliarden Mark mittlerweile größter privater Investor im Freistaat. Opel Eisenach investierte bislang mehr als eine Milliarde Mark und ist damit größter Einzelinvestor in Thüringen. Zwar ging die Autoproduktion in Eisenach 1999 erstmals um knapp 13 Prozent auf 152 000 Autos zurück, doch 2000 sollen mit 150 Millionen Mark ein Drittel mehr investiert werden als 1999. Rund 2000 Frauen und Männer arbeiten derzeit in dem Werk.

VW Sachsen mit 6000 Mitarbeitern hat auch im vergangenen Jahr seine Spitzenposition unter den ostdeutschen Unternehmen verteidigt. 1999 ist die Autoproduktion in der Fahrzeugfertigung Zwickau-Mosel um drei Prozent auf 268 000 gestiegen. Umsatzzahlen wurden noch nicht genannt, VW Sachsen war jedoch mit 6,4 Milliarden Mark Umsatz bereits 1998 umsatzstärkstes Unternehmen der neuen Bundesländer. Die Motorenproduktion im Werk Chemnitz ist 1999 auf 538 000 (1998: 580 000) gesunken, was VW nicht auf die Konjunktur, sondern auf zahlreiche Produktionsneuanläufe zurückführt.

VW errichtet derzeit in Dresden eine "Gläserne Fabrik" für 365 Millionen Mark, in der ab dem Jahreswechsel 2000/2001 Luxuswagen des oberen Preissegments produziert werden sollen.

Trotz des sehr bedeutenden Wirtschaftsfaktors Automobilindustrie in Ostdeutschland war und ist das Verhältnis der Konzerne zur Politik nicht ganz spannungsfrei. So streitet VW (im Verbund mit dem Freistaat Sachsen) seit Jahren mit der EU-Kommission um Beihilfen und das Dresdner Rathaus machte sich die Entscheidung für den Bau der "Gläsernen Fabrik" alles andere als leicht.

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