Wirtschaft : Der Banker-Tipp: US-Zinssenkung stimmt Börsianer optimistisch

Bedingt durch eingetrübte Geschäftsaussichten und die schwachen Quartalszahlen bei Cisco und Philips begann die letzte Woche an den Börsen sehr verhalten. In den Folgetagen wurden die veröffentlichten Zahlen verschiedener Unternehmen, die häufig die rechtzeitig reduzierten Erwartungen erfüllten oder sogar übertrafen, mit Kursgewinnen honoriert. Die Zinssenkung der US-Notenbank beflügelte den Optimismus der Börsianer noch mehr. Erneute negative Meldungen, darunter von Ericsson, bremsten jedoch den Aufschwung.

Die Zinssenkung der Fed wurde mit der nachlassenden Investitionsbereitschaft der Unternehmen sowie mit der Sorge um schwächere Konsumausgaben der privaten Haushalte begründet. Verschiedene Konjunkturdaten unterstützen diese Argumentation. Die überraschende Zinssenkung kam für die Aktienmärkte zu einem günstigen Zeitpunkt. Ob sich hieraus allerdings starke Impulse für den kränkelnden High-Tech-Bereich ergeben, erscheint fraglich. Das Risiko erneuter Gewinnrevisionen ist noch immer hoch. Für die weitere Beurteilung des Telekomsektors wird insbesondere die Veröffentlichung der Zahlen der Deutschen Telekom richtungsweisend sein.

Durch die amerikanische Zinspolitik ist der Druck auf die Europäische Zentralbank (EZB) weiter gestiegen. Bislang nahmen die Notenbanker von einer Zinssenkung Abstand. Für die kommenden Tage rechne ich mit einer Konsolidierung. In Anbetracht der vielen anstehenden Firmennachrichten und wichtiger Volkswirtschaftsdaten kann sich diese Zeit jedoch als sehr schwankungsintensiv herausstellen.

Die von mir zuletzt empfohlenen Titel Vodafone und Crédit Suisse Group haben die Kurserholung überwiegend mit vollzogen. Lediglich die Aktien der Stinnes AG tanzten etwas aus der Reihe. Die Aktie ist nach wie vor ein klarer Kauf, denn die strategische Ausrichtung des Unternehmens und das dynamische Umfeld im Logistik-Bereich lassen Stinnes zu einem führenden Anbieter dieser Dienstleistungssparte werden. Deutlich von seinem Tiefststand konnte sich die Aktie der Crédit Suisse Group erholen. Der Titel bietet auf der Basis von rund 210 Euro immer noch ein günstiges Kaufsignal. Die negativen Einflussfaktoren, bedingt durch die Zukäufe in den USA, sehe ich als im Kurs eingepreist an. Auch der Kurs der Vodafone-Aktie hat deutlich zulegen können. Das Unternehmen hat seine Kundenzahl weltweit erheblich gesteigert und plant seine Beteiligung an der Japan Telecom zu erhöhen. In Japan soll der weltweite Start von UMTS bald beginnen. Auf dem jetzigen Niveau von rund 3,60 Euro pro Aktie ist die Gesellschaft weiterhin günstig bewertet und verspricht ein attraktives Investment mit großem Kurspotenzial zu sein. Aktien des Philips-Konzerns würde ich aufgrund der Gewinnwarnung verkaufen. Die Gewinnerwartung für dieses Unternehmen wurde von vielen Analysten drastisch reduziert, so dass die Bewertung der Aktie auf der momentanen Kursbasis als zu hoch angesehen werden muss.

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