Wirtschaft : Der "Blaue Engel" für umweltfreundliche Arbeit

BERLIN (vis).Früher war es vor allem die Industrie, die oftmals weithin sichtbar die Umwelt mit schädlichen Emissionen belastete.Heute gehen 30 bis 40 Prozent der Umweltbelastungen auf das Konsumverhalten der Menschen zurück.Daher werde der produktbezogene Umweltschutz immer wichtiger: "In Deutschland ist die wichtigste Quelle der Cadmiumbelastung schon lange nicht mehr die Industrie mit circa drei Tonnen Emissionen, sondern es ist der diffuse Verbleib der Nickel-Cadmium-Batterien im Hausmüll.Deren Menge macht derzeit circa 350 Tonnen aus", sagte Andreas Troge, Präsident des Bundesumweltamtes in Berlin.Troge eröffnete am Montag einen dreitägigen Kongress "Umweltzeichen für eine nachhaltige Zukunft".An der Veranstaltung nehmen 130 Vertreter aus Wirtschaft, Verbraucher- und Umweltverbänden sowie staatlichen Stellen aus 56 Ländern teil.

Deutschlands führendes Umweltzeichen wird in diesem Jahr 20 Jahre alt.Derzeit achteten rund die Hälfte der Deutschen beim Einkauf auf den "Blauen Engel", so Troge.Er wird von der unabhängigen "Jury Umweltzeichen" vergeben, in der Vertreter aus Industrie, Handel, Politik und Verbraucherverbänden zusammenarbeiten.Ausgezeichnet werden Produkte, die sich im Vergleich zu anderen Produkten ihrer Art durch besondere Umweltfreundlichkeit auszeichnen, die also relativ umweltfreundlicher sind.Zur Zeit tragen 4000 Produkte über 800 Unternehmen den "Blauen Engel".Alle drei Jahre werden anhand der aktuellen technischen Entwicklung die Vergabekriterien neu überprüft.Dann verlieren manche Produkte das Öko-Label auch wieder, wenn der Umweltstandard allgemein gestiegen ist.

Troge wies darauf hin, daß in Zukunft auch Dienstleistungen, etwa Car-Sharing-Unternehmen und Textilreinigungen mit dem Umweltzeichen ausgestattet werden könnten.Greenpeace habe gerade einen Antrag gestellt, sauberen Strom - je zur Hälfte gewonnen aus regenerativer Energie und Kraft-Wärmekopplung - mit dem "Blauen Engel" auszuzeichnen.

Umweltzeichen boomen weltweit.Das macht es für den Verbraucher schwer zu durchschauen, wofür ein Zeichen eigentlich steht.Troge ist jedoch dafür, die Pluralität der Zeichen zu erhalten und die Vergabe von Umweltzeichen nicht zentral zu organisieren.Allerdings müsse der Verbraucher genau über die Vergabekriterien informiert werden, insbesondere dann, wenn ein Umweltzeichen nicht von einer unabhängigen Organisation vergeben werde.

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