Wirtschaft : Der Dax bewegt sich kaum weiter

Anleger machten Ende August Kasse – der September ist traditionell ein schwacher Börsenmonat

Veronika Csizi

Trotz vieler sehr guter Nachrichten aus Unternehmen und positiven Indikatoren für die US-Konjunktur kam der Deutsche Aktienindex Dax im August unter dem Strich nur auf ein Minus von 0,1 Prozent: Ende Juli standen 3487,8 Punkte auf dem Konto, jetzt sind es 3484,6. Immerhin blieb die von vielen erwartete stärkere Korrektur – zwischen Märztief und August liegen nicht weniger als 64 Prozent Kurszuwachs – erneut aus. Der Dax schaffte sogar kurz den Anstieg bis auf 3585 Punkte. Den September im Blick – der ist traditionell der schlechteste Börsenmonat – nahmen die Anleger zum Monatsende dann die Gewinne wieder mit.

Der Index selbst trat zwar auf der Stelle, doch seine 30 Unternehmen entwickelten sich sehr unterschiedlich. Gekauft wurden vor allem jene Firmen, die von der ersten Phase der Hausse kaum profitierten. Dazu gehören vor allem Siemens und die Auto- Werte. Stärkster Wert war dabei Volkswagen mit einem Monatsplus von 17 Prozent. Die Kursgewinne seien Vorschusslorbeeren auf ein besseres zweites Halbjahr und gute Erlöse  mit der neuen Golf-Generation, hieß es auf dem Parkett. Über satte Gewinne können sich im August auch Besitzer von Post-, Infineon- und Siemens-Papieren freuen. Während bei dem Logistikkonzern wenig Gründe für die Kauflust aufzutun sind, profitierten Infineon und in dessen Schlepptau auch Siemens von erfreulichen Prognosen des Chipproduzenten Intel.

Punkte gekostet haben den Dax vor allem Finanzwerte, Altana und Schering sowie schließlich auch die MLP-Aktie, die ihren Kampf um den Verbleib in der Ersten Liga verloren hat. Der Finanzdienstleister wird den Dax zum 22. September verlassen und Wiedereinsteiger Continental Platz machen, entschied die Deutsche Börse. Das Dax-Schwergewicht  Münchener Rück ist ebenfalls zu leicht, allerdings für den Stoxx 50. Der weltgrößte Rückversicherer gehört damit nicht mehr zu den 50 Top-Firmen aus EU und Schweiz. Und die Hypo-Vereinsbank fliegt aus dem Euro Stoxx 50, bei dessen Zusammensetzung einzig der Marktwert der frei handelbaren Aktien zählt.  Schon im Vorfeld sind die beiden Finanzwerte kräftig aus den Depots geworfen worden.

Nun blicken die Marktteilnehmer mit Spannung auf den 2.September. Der Tag nach Labor Day, dem Ende der Ferien in den USA, könnte neben deutlich höheren Umsätzen auch für eine klare Richtung sorgen – nach oben, aber auch nach unten.

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